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Bundesnetzagentur geht gegen SMS-Fallen vor

Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung von 60 Rufnummern angeordnet, die Verbraucher bei Rückruf mit rechtswidrigen Forderungen konfrontierten.

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Im aktuellen Fall hatte die Telecom Billing Ltd. mit Sitz in Sofia/Bulgarien SMS verschickt. Wer darauf mit einem Rückruf reagierte, erhielt eine Rechnung über 90 Euro mit Absenderadressen in Sofia, Hamburg oder Düsseldorf. Ihm wurde darin unterstellt, die kostenpflichtigen Chat-Dienste "Flirt und Party Flatrate" oder "Flirt & Erotik Chat" bestellt zu haben. Offene Rechnungen der Telecom Billing wurden durch unterschiedliche Inkassounternehmen eingefordert.

Insgesamt hat die Bundesnetzagentur in diesem Zusammenhang seit April 2014 die Abschaltung von 522 Rufnummern verfügt.

"Verbraucher sollen auf unverlangte SMS von unbekannten Absendern nicht reagieren. Dies gilt in erster Linie für SMS mit vermeintlich persönlichen Inhalten oder Kontaktwünschen", empfiehlt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Der missbräuchliche Charakter dieser SMS wird in der Regel erst im Nachhinein deutlich. Unseriöse Anbieter verleiten Verbraucher gerade durch die Angabe von scheinbar unbedenklichen Kontaktrufnummern, wie herkömmlichen Mobilfunk-oder Ortsnetzrufnummern, zu unbedachten und voreiligen Anrufen oder SMS."

Sollten Nutzer eine Rechnung erhalten haben, sollen sie mit Hinweis auf die Verbote der Bundesnetzagentur die Zahlung verweigern. Wenn bereits Geld geflossen ist, empfiehlt die Behörde, sich an die Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt zu wenden. (tho)