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Bundesnetzagentur senkt TAL- und Mobilfunk-Terminierungsentgelte

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Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren für die sogenannte letzte Meile bei Telefonanschlüssen leicht gesenkt. Das Entgelt für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) werde zum 1. April von derzeit 10,50 auf 10,20 Euro pro Monat sinken, teilte die Behörde am heutigen Dienstag in Bonn mit. Die Deutsche Telekom hatte wegen "gestiegener Kosten" eine deutliche Erhöhung der TAL-Gebühr auf 12,90 Euro beantragt. Die neuen Überlassungsentgelte für den Zugang zur TAL gelten für einen Zeitraum von zwei Jahren bis zum 31. März 2011. Der Bundesverband für Breitbandkommunikation (Breko) begrüßte die heutige Entscheidung. Zwar sei die Bundesnetzagentur der eigenen Forderung nach einer Absenkung der TAL-Gebühr auf 9 Euro nicht nachgekommen, mit ihrem Beschluss habe die Behörde aber "ein eindeutiges Zeichen für den infrastrukturbasierten Wettbewerb" gesetzt.

Ab morgen sinken auch die sogenannten Terminierungsentgelte, Gebühren, die sich die Mobilfunknetzbetreiber für die Vermittlung von Gesprächen untereinander berechnen – und zwar kräftig: So dürfen die Branchenführer T-Mobile und Vodafone künftig nur noch 6,59 Cent pro Minute (minus 16 Prozent) berechnen, für E-Plus und O2 verringert sich der Betrag um 19 Prozent auf 7,14 Cent die Minute. Zum 30. November 2010 wird neu verhandelt. Der Unterschied der Entgelte für die Großen und die Kleinen – im Regulierungsjargon "Spreizung" genannt – soll unter anderem Nachteile des späteren Marktstarts der beiden kleineren Netzanbieter ausgleichen. Die EU-Kommission, die das Terminierungsregime am liebsten europaweit harmonisieren würde und damit auf erbitterten Widerstand der Branche und der nationalen Regulierungsbehörden stößt, will die Gebühren weiter senken und die Spreizung aufheben. (pmz)