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Bundespräsident Steinmeier für "Ethik der Digitalisierung"

"Wir brauchen so etwas wie eine Ethik der Digitalisierung", sagte Steinmeier beim DGB. Zukunftsangst dürfe sich nicht in Demokratieskepsis verwandeln und qualifizierte Mitarbeiter seien für den Wettbewerb wichtig.

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Steinmeier für "Ethik der Digitalisierung"

(Bild: dpa, Kay Nietfeld/Symbolbild)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will auf die Umbrüche durch das Internet mit einer neuen "Ethik der Digitalisierung" reagieren. "Wir brauchen so etwas wie eine Ethik der Digitalisierung", sagte Steinmeier auf dem 21. Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Sonntag in Berlin. Dies sei insbesondere nötig, weil die Digitalisierung viele Menschen verunsichere. "Weil sich Zukunftsangst, wo immer sie vorhanden ist, sich nicht in Demokratieskepsis verwandeln darf", sagte Steinmeier. "Das hatten wir schon mal in Deutschland."

Die Digitalisierung markiere die nächste große Bewährungsprobe des Sozialstaates. "Nehmen wir das Beispiel der digitalen Plattformen", sagte Steinmeier. "Was tun, wenn der Arbeitgeber verschwindet und die Plattform nur Arbeit vermittelt? Wer zahlt bei Urlaub und Krankheit? Wer zahlt in die Rentenkasse? Die Antwort: "Niemand" ist schwer zu akzeptieren oder gar nicht."

Steinmeier rief den DGB auf, die neue digitale Arbeitswelt kraftvoll mitzugestalten. Der DGB sei nötig. Die Arbeitgeber rief der Präsident auf, tarif- und verhandlungsfähig und -willig zu sein. Briefkastenadressen mit einem Internetserver irgendwo auf der Welt seien keine Antwort. Zudem müssten Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden, kommunikative und digitale Kompetenzen immer wieder aktualisieren. "Das verlangt Zeit und das verlangt Geld", sagte Steinmeier. "Wenn Unternehmen nichts in kluge Köpfe investieren und keine qualifizierten Mitarbeiter finden, dann werden sie im Wettbewerb ganz bestimmt nicht bestehen." (bme)