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Bundespräsident über Funklöcher: "Höchste Zeit, dass sich da etwas tut!"

"Niemand käme bei zu wenigen Menschen in einem Dorf auf die Idee, die Elektrizität oder die Wasserversorgung abzustellen", sagte Frank-Walter Steinmeier.

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Bundespräsident über Funklöcher: "Höchste Zeit, dass sich da etwas tut!"

Ehemaliges Funkloch in Brandenburg.

(Bild: heise online)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seinem Unmut über die mangelnde Mobilfunk- und Internetabdeckung im ländlichen Deutschland Luft verschafft. "Das müsste in Deutschland doch wirklich besser klappen! Höchste Zeit, dass sich da etwas tut!", sagte Steinmeier zur Eröffnung des Zukunftsforums Ländliche Entwicklung am Mittwoch in Berlin.

Der Staat müsse deutschlandweit eine gute Infrastruktur gewährleisten, meint das Staatsoberhaupt. Sie sei mehr als Daseinsvorsorge, sie sei Dableibevorsorge. "Darauf müssen sich die Menschen auch in ländlichen Gebieten verlassen können. Das ist der Staat ihnen schuldig! Dazu gehört auch eine leistungsfähige digitale Infrastruktur", sagte der Bundespräsident. Schließlich bestehe die Fläche Deutschlands zu 90 Prozent aus ländlich geprägten Gebieten.

"Wo immer Menschen leben und arbeiten, brauchen sie schnelles Internet", sagte Steinmeier weiter. Niemand käme bei zu wenigen Menschen in einem Dorf auf die Idee, die Elektrizität oder die Wasserversorgung abzustellen. Genauso wie Strom und Wasser gehöre schnelles Internet heute zur Grundversorgung.

"Wenn ich im Grenzgebiet zu Frankreich, Tschechien oder Polen unterwegs war, dann hatte ich oft kein deutsches Handynetz, geschweige denn mobiles Internet. Zum Glück war das ausländische Netz so stark, dass ich darüber telefonieren konnte", fuhr der Bundespräsident fort.

Steinmeier sieht die Netzversorgung als eine grundsätzliche Herausforderung, auch bei der anstehenden Vergabe der 5G-Lizenzen. 5G allein werde den ländlichen Raum nicht zukunftsfest machen, aber er dürfe nicht komplett von technischen Entwicklungen abgehängt werden. (anw)