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Bundesregierung: Mit Verbeamtung IT-Fachkräfte für Cybersecurity gewinnen

Die Bundesregierung will IT-Sicherheitsspezialisten für die Cyber-Abwehr durch die Möglichkeit der Verbeamtung gewinnen, geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage hervor.

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Bundesregierung: Mit Verbeamtung IT-Fachkräfte für Cybersecurity gewinnen

(Bild: Bundeswehr)

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hat die Bundesregierung ihre im Herbst vorgestellte Cyber-Sicherheitsstrategie näher erläutert. So soll das neu geschaffene Mobile Incident Response Team (MIRT) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus zehn IT-Fachkräften bestehen. Die Truppe der MIRT-Cyberfeldjäger bei der Bundeswehr dürfte ähnlich groß sein.

Größer soll die "Quick Reaction Force" im Bundeskriminalamt (BKA) werden, die 2018 installiert wird. Die Stellen aller Cyber-Abwehrspezialisten sollen zunächst intern ausgeschrieben werden, danach öffentlich. Dabei glaubt die Bundesregierung, mit geregelten Arbeitszeiten und der Einkommenssicherheit bei den IT-Spezialisten punkten zu können. "Gerade unter IT-Kräften ist die bei entsprechender Aufgabenwahrnehmung bestehende Verbeamtungsmöglichkeit ein geeignetes Mittel, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten", heißt es in der Regierungsantwort.

Keine öffentliche Antwort gibt es auf die Fragen der Linksfraktion nach den Cyber-Fähigkeiten und Cyber-Schulungen im Bundesnachrichtendienst (BND). Weil Antworten zum Nachteil der Bundesrepublik "Rückschlüsse auf Personalentwicklung, die Fähigkeiten und Methoden der Behörde" zulassen könnten, sind die Antworten als "VS-Nur für den Dienstgebrauch" eingestuft und können nur in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages eingesehen werden.

Ausführlich beantwortet die Regierung jedoch, wie viele Personen in welchen Ministerien im Jahre 2016 an Fortbildungen zu Fragen der IT-Sicherheit teilgenommen haben. Insgesamt erhielten 1467 Mitarbeiter eine Fortbildung in Sachen IT-Sicherheit, wobei das Verkehrsministerium 539 und das Bundesinnenministerium mit 483 Mitarbeiter schulen ließen. Neben der zuständigen Bundesakademie für öffentliche Verwaltung haben viele bekannte Firmen aus der IT-Sicherheitsbranche Fortbildungskurse angeboten.

Bis zum Jahre 2019 soll nach Darstellung der Bundesregierung der neue Studiengang "Cybersicherheit" an der Universität der Bundeswehr aufgebaut werden, der rund 70 Absolventen als Cybersicherheitsspezialisten für den Dienst in der Bundeswehr qualifiziert. Insgesamt soll der Studiengang auf 120 Studierende ausgelegt sein. Sie sollen für Abwehraufgaben geschult werden, während die "offensiven Fähigkeiten" zum Cyber-Angriff nur in der Bundeswehr selbst beim "Kommando Cyber- und Informationsraum" vermittelt werden sollen. Die Truppe selbst hat mit der Aufstellung der "Cyber-Reserve" begonnen und versorgt entsprechend ausgebildete Reservisten und interessierte Ungediente zunächst einmal mit einem Newsletter zum Thema.

In einer ersten Reaktion auf die Antwort der Bundesregierung erklärte der Linke-Abgeordnete Frank Korte, es sei unverständlich, warum ein Studiengang "Cybersicherheit" allein für die Bundeswehr angeboten werde. Schließlich sei Cybersicherheit ein Thema, was alle Bundesbehörden beschäftige. Wenn das Thema auf die Bundeswehr reduziert werde, würde es nur einer weiteren "Militarisierung und Aufrüstung" Vorschub leisten. (Detlef Borchers) / (anw)

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