Menü

Bundesregierung will Elektromobilität mit Nanotechnik beflügeln

Das Bundeskabinett hat den Aktionsplan "Nanotechnologie 2020" befürwortet, mit dem Förderaktivitäten auf Bereiche wie Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, Gesundheit, Mobilität und Industrie 4.0 ausgerichtet werden sollen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 25 Beiträge

Vom Titelblatt des Aktionsplans

(Bild: BMBF)

Von

Die Bundesregierung hat ihr Aufgabenheft rund um die Nanotechnik nach den Ausgaben für 2010 und 2015 erneut für fünf Jahre festgeschrieben. Ein Schwerpunkt des Aktionsplans 2020, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat, ist der Sektor "Intelligente Mobilität". Hier will die Regierung vor allem die Entwicklung nanostrukturierter Materialien voranbringen, um die Sicherheit und Energiedichte von Akkus zu verbessern, die etwa in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.

Eine Kernaufgabe bei der Elektromobilität sei es, Elektroden und Zellkomponenten für Antriebsakkus zu optimieren. Dabei spielten nanoskalige Stoffe und neue Nanokomposite eine wesentliche Rolle. Um in Beschleunigungsphasen ausreichend und schnell Energie zur Verfügung zu haben, könnten etwa zusätzlich zu den Akkus Superkondensatoren eingesetzt werden, bei denen ohne Nanotechnik wenig gehe.

Um Membranschichten, Elektroden und Katalysatoren in Brennstoffzellen leistungsfähiger zu machen, würden auch dabei teils nanostrukturierte Oberflächen auf Kohlenstoffbasis sowie der Einbau von Nanomaterialien geprüft. Für die Wasserstoffspeicherung arbeiteten Forscher zudem an nanoporösen Kohlenstoffsystemen und metallischen Gerüststrukturen.

Neben Forschung und Entwicklung will die Regierung gerade in der Mobilitätstechnik auch die begleitende Risikoanalyse fördern und auf "anwendungssichere und umweltverträgliche Produkte" achten, da von einem hohen Materialeinsatz und einer weit gestreuten Verbreitung auszugehen sei. Unterstützt werden müsse daher eine intensive Grundlagenforschung nebst differenzierter Bewertung und Regulierung.

Das Kabinett blickt auch auf Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, innovative Arbeitswelt, Gesundheit, Industrie 4.0 und zivile Sicherheit. Nur durch Einsatz nanotechnischer Verfahren und neuer Materialentwicklungen habe sich die Transistordichte und die Speicherkapazität auf Computerchips innerhalb weniger Jahre derart erhöht, dass "heutige Systeme höchste Rechenleistung bei beherrschbarem Energieverbrauch erreichen, Datenspeicher immense Datenmengen verwalten und für den Datentransfer schnellste Übertragungsraten zur Verfügung stehen", schreibt die Regierung. Um die digitale Transformation auch künftig meistern zu können, bedürfe es auf diesem Feld weiterer Anstrengungen. Dabei seien die IT-Sicherheit und Quantenkryptografie im Blick zu behalten.

Vor allem sollen "forschungsintensive" kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden. Um den Fachkräftemangel in diesem Sektor zu mildern, will die Regierung mehr in Aus- und Weiterbildung investieren. Im laufenden Jahr fördert das Bundesforschungsministerium nach eigenen Angaben Nanotechnik mit rund 190 Millionen Euro. Rund 2220 Einrichtungen und Netzwerke aus Industrie, Dienstleistungsbranche, Wissenschaft und Verbänden seien derzeit hierzulande auf diesem Gebiet aktiv. (anw)