Menü

Bundesregierung will Energieverbrauch bis 2030 um 30 Prozent senken

Das Bundeskabinett hat die Energieeffizienzstrategie 2050 verabschiedet, mit der ein nationaler Aktionsplan bis 2030 und Vorschläge auch für später einhergehen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 251 Beiträge

(Bild: Soonthorn Wongsaita/Shutterstock.com)

Von

Erstmals hat die Bundesregierung am Mittwoch mit einer neuen Strategie ihr Energieeffizienzziel für 2030 festgelegt. In Deutschland soll der Primärenergieverbrauch innerhalb der nächsten Dekade um 30 Prozent gegenüber 2008 sinken. So will das Bundeskabinett auch dazu beitragen, dass die EU ihr Energieeffizienzziel für 2030 erfüllen kann.

Die Vorgabe entspricht einer Primärenergiereduktion um rund 1200 TWh im Vergleich zu 2008. Dafür müsse auch die Nachfrage der Endverbraucher mindestens zusätzlich um rund 300 TWh verringert werden, heißt es in dem Strategiepapier. Diese Zielgröße entspreche ungefähr der doppelten Energiemenge, die Deutschland heute mit Wind und Photovoltaik erzeuge. Der jährliche Stromverbrauch in Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung betrage aktuell rund 380 TWh.

Mit dem Einstieg in das nationale Emissionshandelssystem im Wärme- und Verkehrssektor bekomme die CO2-Emission künftig einen Preis, nannte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier einen kurzfristig greifenden Hebel. Dies stelle einen wichtigen Paradigmenwechsel dar. Der Durchbruch in der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung werde spürbare Anreize für mehr Energieeffizienz in selbstgenutzten Wohngebäuden schaffen.

Alle Sektoren müssen ihren Beitrag leisten. Der jährliche Endenergieverbrauch im Verkehrsbereich etwa betrug 2017 rund 765 TWh. Das entspreche rund 30 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs. Fortschritte sollen hier kurzfristig über die weitere Effizienzverbesserung der bestehenden Verbrennertechnik erreicht werden, insbesondere seien aber "elektrische Antriebe relevant, da sie aktuell den Endenergiebedarf eines Straßenfahrzeugs um etwa 70 Prozent gegenüber Benzin- oder Dieselbetrieb senken".

Die Digitalisierung helfe zwar dabei, den Konsumenten detaillierte Informationen über Energieverbräuche bereitzustellen und mit Technik wie Big Data oder Künstlicher Intelligenz (KI) zu analysieren. Zudem könnten Anlagen, Verkehrsströme sowie Logistik- und Produktionsprozesse optimiert gesteuert sowie funktionale Zusammenhänge und industrielle Produktionsprozesse optimiert werden. Allerdings könne durch die Verwendung von Big Data und KI auch der Energieverbrauch steigen.

Für alle Förderprogramme im Bereich Energieeffizienz stehen im Durchschnitt bis 2013 zunächst jährlich Bundesmittel in Höhe von rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Vorgaben aus dem Aktionsplan würden teils bereits umgesetzt, die weiteren Maßnahmen im nächsten Jahr auf den Weg gebracht. Es werde jährlich überprüft, ob die Ziele eingehalten würden beziehungsweise erreichbar seien. (siko)