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Bundestag beschließt Biometriedaten für Personalausweise

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Der Bundestag hat das zweite Anti-Terror-Paket der Bundesregierung mit großer Mehrheit verabschiedet. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass so genannte biometrische Daten in Pässe und Ausweise aufgenommen werden können. Ob dies ein Fingerabdruck, die Iris oder die Form der Hand sein sollen, wird in einem gesonderten Bundesgesetz festgelegt. Für das Sicherheitspaket stimmte nach Agenturberichten neben SPD und Grünen auch fast die gesamte CDU/CSU-Bundestagsfraktion. FDP und PDS lehnten die Vorlage ab.

Wissenschaftler des Bochumer Zentrums für Neuroinformatik empfahlen unterdessen den automatisierten Vergleich zwischen Passfoto und Gesicht statt der Speicherung biometrischer Daten. Die Wissenschaftler sprechen sich dafür aus, zunächst das Potenzial der bereits heute im Ausweis existierenden biometrischen Merkmale des Passfotos voll auszuschöpfen.

"Der Mensch ist nur bedingt in der Lage, Passfotos mit Gesichtern zu vergleichen. Die Automatisierung dieses Vorgangs ermöglicht eine nahezu 100-prozentige Identitätsüberprüfung. Sollte das nicht ausreichen, könnte man den Fingerabdruck später immer noch dazunehmen", meinte Marcel Yon, Vorstandsvorsitzender des ZN. Außerdem bevorzugten Datenschützer das Verfahren, da die biometrischen Merkmale bereits heute in jedem Ausweis existieren und keine zentrale Datenbank notwendig sei. Auch aus wirtschaftlicher Sicht schneide die Gesichtserkennung im Vergleich deutlich besser ab als andere Verfahren. (wst)