Bundestag lässt Umfrage zu Gesundheits-Apps durchführen

Der Deutsche Bundestag hat eine Studie zu "Gesundheits-Apps" in Auftrag gegeben. App-Nutzer und -Hersteller sowie Interessengruppen aus dem Gesundheitswesen sollen in der heute dazu startenden Online-Befragung Chancen und Risiken anonym bewerten.

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Eine Wassertrink-App in Googles Play Store

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Viele Menschen laden sich Apps herunter, um ihre sportlichen Aktivitäten zu dokumentieren beziehungsweise ihre Fitness zu steigern. Andere lassen sich täglich per App daran erinnern, dass sie Medikamente einnehmen oder ein Glas Wasser trinken sollen. Über 100.000 Gesundheits-Apps stehen laut Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) mittlerweile in den App-Stores zur Auswahl. Laut dem Institut gehen viele User zu sorglos mit ihren Gesundheitsdaten um: "Ihnen ist nicht bewusst, dass die erfassten Daten bei deutschen Start-ups oder bei US-Konzernen oft unzureichend geschützt sind."

Das IZT führt daher nun eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Bundestags durch, die unter anderem Handlungsoptionen für die künftige parlamentarische Arbeit des Deutschen Bundestages im Bereich "Gesundheits-Apps" aufzeigen soll. App-Nutzer und -Hersteller sowie Interessengruppen aus dem Gesundheitswesen sind aufgerufen, Chancen und Risiken dieser Apps anonym zu bewerten.

Mittlerweile geht es auch nicht mehr nur um Pulsfrequenz und Blutdruck, verspeiste Kuchenstücke und inhalierte Zigaretten. Auch Krankenversicherungen bieten mittlerweile Gesundheits-Apps an. Eine besondere Rolle spielen laut IZT dabei Service-Apps, beispielsweise für das Übersenden abfotografierter Rezepte sowie Anwendungen zu Gesundheitsförderung und Prävention.

Letztgenannte Apps würden gerne mit Bonusprogrammen oder Gratifikationen bei gesundheitsbewusstem Verhalten verknüpft. Dies wirft nach Ansicht des Institus neue ethische Fragen auf: Dürfen beispielsweise Menschen diskriminiert werden, weil sie ohne Smartphone oder als Sportmuffel leben wollen, oder einfach ein hohes Alter erreicht haben?

Die Online-Umfrage ist unter dem Link www.stakeholderpanel.de/sosci/apps/ zu finden. (nij)