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Bundestagsfraktionen sorgen sich ums Kinofilm-Erbe

In einem gemeinsamen Antrag fordern die Bundestagsfraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung auf, Kinofilme besser zu archivieren. Die Antragsteller betonen in dem Papier den hohen Wert des Films als Kulturgut, das einen Zugang zur Geschichte, dem Alltag der Menschen und zu ihren Träumen und Hoffnungen eröffne.

So habe zwar die Unesco bereits 2001 den deutschen Film Metropolis von Regisseur Fritz Lang zum Teil des Weltgedächtnisses erklärt und das Bundesarchiv sammele und bewahre Filmwerke, doch bleiben nach Meinung der Antragsteller die Bemühungen vieler Bundesländer hinter der tatsächlichen Bedeutung des Mediums zurück. So seien große, nicht mehr zu schließende Lücken bei der Archivierung des deutschen Filmerbes zu beklagen: Nur ein Viertel aller deutschen Stummfilme und knapp 50 Prozent der frühen Tonfilme seien überliefert. Außerdem sei die Archivierungsquote seit den 50er Jahren von 90 auf unter 50 Prozent im Jahr 1995 gesunken.

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Der Antrag fordert Bund und Länder auf, eine Qualitätsnorm für Archivexemplare zu entwickeln und insgesamt die Langzeitarchivierung zu verbessern. Außerdem soll die Regierung möglichst bald das Europäische Übereinkommen zum Schutz des audio-visuellen Erbes unterschreiben und für dessen tatsächliche Umsetzung sorgen. Nachbar Frankreich hat das Abkommen immerhin schon unterzeichnet, ratifiziert haben es jedoch nur die fünf EU-Mitgliedsstaaten Kroatien, Litauen, Monaco, Slowakei und Ungarn. (rek)

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