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Bundestagswahl: "Wahl-O-Mat" und "ParteieNavi" sind online

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Welcher Partei gebe ich meine Stimme? Diese Frage stellen sich gut drei Wochen vor der Bundestagswahl noch viele Wähler – so waren 72 Prozent der Wahlberechtigten Mitte August in ihrer Wahlabsicht noch nicht festgelegt. Seit dem heutigen Donnerstag steht als Entscheidungshilfe der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl zur Verfügung. Mit dem Online-Tool können Wähler die eigenen Positionen zu bestimmten Themen mit denen der Parteien vergleichen.

Der Wahl-O-Mat besteht aus 38 Thesen, auf die der Nutzer mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" antworten kann. Bevor die politischen Positionen des Wählers dann mit denen der Parteien verglichen werden, ist eine Gewichtung möglich. Anschließend kann der Nutzer auswählen, mit welchen Parteien er seine Antworten vergleichen möchte. Dann wird angezeigt, wie nah die ausgewählten Parteien der Position des Wählers sind. Auch die Begründungen der Parteien zu den einzelnen Positionen sind einsehbar.

Zur Bundestagswahl 2002 gab es in Deutschland zum ersten Mal den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Seitdem wurde er auch für Landtags- und Europawahlen genutzt und insgesamt rund 24 Millionen Mal "gespielt". Zuletzt gab es einen Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Bayern. Auch über mobile Geräte kann man inzwischen auf das Wahl-Tool zugreifen.

Dieses Jahr gibt es außerdem eine Alternative zum Wahl-O-Mat: Politikwissenschaftler der Universität Konstanz bieten ein ähnliches Tool an. Die alternative Entscheidungshilfe mit dem Namen "ParteieNavi" umfasst 30 Fragen. Die Antwortmöglichkeiten sind etwas weiter untergliedert als beim Wahl-O-Mat. Während beim Wahl-O-Mat die Parteien selbst sich zu ihren Positionen geäußert haben, wurden die Parteipositionen bei ParteieNavi von unabhängigen Experten eingeschätzt, heißt es in der Beschreibung des Projekts. Die Macher von ParteieNavi empfehlen, "den Wahl-O-Mat und 'ParteieNavi' gegenseitig ergänzend zu nutzen, um eine bessere Vergleichsebene für die Wahlentscheidung zu haben".

Das Alternativangebot "ParteieNavi"

(Bild: ParteieNavi (Screenshot))

ParteieNavi berücksichtigt sieben Parteien, während beim Wahl-O-Mat bis zu acht von 28 für den Vergleich ausgewählt werden können. Als Ergänzung zur Thesenbewertung fragt ParteieNavi den Nutzer noch nach seiner Einschätzung der eigenen politischen Orientierung und der der Parteien. Das Ergebnis des Vergleichs zwischen Wähler- und Parteipositionen wird in mehreren Formen dargestellt, zum Beispiel als Anzeige einer "politischen Karte" und als Balkendiagramm. Außerdem ist ein Vergleich der Selbsteinstufung mit dem Ergebnis des Wahl-Tools möglich, ebenso wie die Anzeige der Parteipositionen zu den einzelnen Thesen. Möchte man die Fragen noch gewichten, kann man das bei ParteieNavi im Nachhinein tun und das Ergebnis neu berechnen lassen.

Eine weitere Orientierungshilfe sind die Wahlprüfsteine des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung. Hier liegt der thematische Schwerpunkt auf der Netzpolitik. Der Kandidatencheck von Abgeordnetenwatch ermöglicht einen Vergleich der Positionen von Direktkandidaten. Des Weiteren fasst das Portal google.de/wahlen Informationen zur diesjährigen Bundestagswahl zusammen. (sybe)