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Bundesverband Glasfaseranschluss mahnt zügigen Ausbau des Glasfasernetzes in Gewerbegebieten an

Unternehmen sind vielfach auf schnelles Internet über Glasfaser angewiesen, viele Gewerbegebiete aber nicht ausreichend ausgebaut, mahnt der Bundesverband Glasfaseranschluss. Regionale Anbieter treiben den Ausbau voran.

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(Bild: dpa, Peter Kneffel/Archiv)

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Telemedizin, hohe Datenmengen, Internet der Dinge oder Energiesteuerung: Der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) drängt auf einen zügigen Ausbau des Netzes mit Glasfaserkabel in Deutschland für Firmen, die auf schnelles Internet angewiesen seien. Es gehe um Verzögerungen bei der Datenübertragung von maximal einer Millisekunde. Dies gehe nur mit Glasfaser, sagte Geschäftsführer Wolfgang Heer gegenüber dpa. "Es geht nicht um eine Goldrandlösung oder weil es hip ist", betonte er.

Der Buglas schätzt den Investitionsbedarf für den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser in ganz Deutschland auf etwa 60 Milliarden Euro. "Der Hauptinvest steht uns noch bevor", sagte Heer. Belastbare Zahlen für die bereits bestehende bundesweite Erschließung von Gewerbegebieten lägen nicht vor. Eine Erhebung in Nordrhein-Westfalen habe ergeben, dass von rund 2800 Gewerbegebieten etwa 60 Prozent erschlossen sind.

Nach Verbandsangaben sind in Deutschland rund 3,2 Millionen Haushalte direkt an Glasfaserleitungen angeschlossen. Dies seien weniger als zehn Prozent aller Wohneinheiten. Geschäftsführer Heer bezeichnete es dennoch als positiv, dass pro Jahr rund 250.000 Wohn- und Geschäftseinheiten mit Glasfaser erschlossen würden.

Zugleich aber beklagte er das schleppende Tempo beim Ausbau des Glasfasernetzes, der nicht ausreichend vorankommt. "Es ist unrealistisch, bis 2025 flächendeckend Glasfaser ausrollen zu wollen", sagte er. Als wesentliche Gründe dafür nannte er den Mangel an Tiefbaukräften, Netzplanern sowie qualifizierten und zertifizierten Monteuren. Die Bundesregierung hatte als Ziel bis Ende 2025 die sogenannte Gigabit-Gesellschaft festgelegt.

Nach Einschätzung des Buglas sind in Deutschland etwa 180 bis 200 regionale Unternehmen mit dem Breitbandausbau beschäftigt. Eines dieser Unternehmen ist envia TEL, das in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 60 Gewerbegebiete an das Glasfasernetz angeschlossen hat. Mit einer Gesamtinvestition von 30 Millionen Euro bis 2019 ist die Versorgung von 200 Gewerbegebieten mit schnellem Internet über Glasfaserkabel geplant.

Der Geschäftsführer von envia TEL, Stephan Drescher, kritisierte, dass in den vergangenen Jahren beim Ausbau des Internets zu lange auf Kupferkabel und damit eine veraltete Technik gesetzt wurde. "Wir haben in Deutschland den Fehler gemacht, der Politik zu liebe die Strategie zu vernachlässigen. Wir haben in Kupferkabel investiert – das ist nicht zukunftsfähig", sagte er. "Je länger das Kupferkabel, desto geringer die Bandbreite", betonte auch Buglas-Geschäftsführer Heer.

Glasfaser biete im Vergleich zu Kupferkabel eine unbegrenzte Bandbreite und geringere Betriebskosten, weil keine höheren Energiekosten durch Wärmeverluste entstünden. "Es gibt technologisch nichts, was Glasfaser ablösen würde", sagte Drescher. (olb)