Bundeswehr: Airbus A400M wird zum Ladenhüter

Seit Jahren versucht das Verteidigungsministerium, 13 bestellte, aber überschüssige Transportflugzeuge vom Typ A400M zu verkaufen. Doch nach der Pannenserie des Großtransporters hält sich das Interesse sehr in Grenzen.

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Bundeswehr Airbus A400M  wird zum Ladenhüter

Flugzeug mit Pannenstatistik: Airbus A400M (Foto: Airbus Group)

Von
  • dpa

Womöglich war das noch nicht die letzte Panne: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war Anfang Februar bei ihrem Besuch in Litauen wegen Ausfalls eines Triebwerks mit dem Propeller-Flieger liegen geblieben und musste mit einer Transall-Maschine abgeholt werden. Kein Wunder, dass der teure Pannenflieger den Ruf des Herstellers Airbus geschädigt hat – denn konzeptionell gilt er als der modernste Militärtransporter der Welt.

Der Militär-Airbus A400M (12 Bilder)

Ein A400M
(Bild: Airbus)

Jetzt droht neues Ungemach, denn trotz jahrelanger Suche hat das Verteidigungsministerium keine Käufer für die 13 überschüssigen Flugzeuge gefunden. Deshalb sollen die Maschinen von der Bundeswehr genutzt werden, zusätzlich zu den 40 bereits eingeplanten Exemplaren. Das geht ins Geld: Statt erhoffter Einnahmen in Milliardenhöhe werden dafür Investitionen von mindestens 505 Millionen Euro fällig, wie aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervorgeht. Tobias Lindner von den Grünen erklärte, der A400M bleibe ein Sorgenkind. Das Flugzeug habe erhebliche technische Probleme und es sei absolut unklar, wann und mit welchen Fähigkeiten die noch ausstehenden Maschinen geliefert werden.

Insgesamt wurden bei Airbus 53 A400M bestellt; schon 2011 fiel die Entscheidung, 13 davon weiterzuverkaufen. Den ersten A400M hatte die Bundeswehr 2014 erhalten. Die 13 überschüssigen Exemplare sollen ab 2018 ausgeliefert werden. Doch sie als stille Reserve bis zu einem Verkauf einzumotten, erschien zu riskant. Nun will man die Flieger auf zwei Standorte verteilen. In Frage kommt unter anderem der Flugplatz Lechfeld südlich von Augsburg.

Die zahlreichen Pannen des A400M hatten das Flugzeug in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. Laut Verteidigungsministerium betragen die Lieferverzögerungen bis zum Jahr 2019 rund 107 Monate, also fast neun Jahre – bei einer Kostensteigerung von 18 Proezent, also 1,49 Milliarden Euro. (uh)