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Bundeswehr: Drohnenschwarm soll gläsernes Gefechtsfeld aufklären

Die Bundeswehr hat eine Studie ausgeschrieben, die die Nutzung von Drohnen zur Aufklärung des "gläsernen Gefechtsfeldes" untersuchen soll.

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Bundeswehr: Drohnenschwarm soll gläsernes Gefechtsfeld aufklären

Das "Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr" in Koblenz hat eine Studie "Erzeugung eines gläsernen Gefechtsfeldes zur Unterstützung dynamischer Operationen" (im Bundeswehr-Slang "ErzUntGlas" abgekürzt) ausgeschrieben. Mit ihr soll der Einsatz von Drohnenschwärmen bei der Aufklärung des Lagebildes eines Gefechtsfeldes untersucht werden.

Die Drohnen sollen KI-gesteuert als intelligenter Schwarm Daten sammeln, mit Hilfe der KI oder von "Deep Learning verdichten und in die netzbasierte Gefechtsführung (NetOpFü) einspeisen". Die Ausschreibung für den "hochautomatisierten Multirobotereinsatz" verlangt von den möglichen Auftragnehmern am Ende einen praktischen Einsatz der Drohnen als Nachweis der Leistungsfähigkeit eines solchen Schwarmes.

Die vom Militärbeobachtungsblog Augen Geradeaus! entdeckte Ausschreibung für ErzUntGlas ist vor allem hinsichtlich ihres Detailreichtums bemerkenswert. Die Bundeswehr will offensichtlich herausfinden, wie autonom operierende Drohnen in ein C4I-System integriert werden können, das zum Standard der vernetzten Kriegführung der Zukunft werden soll. Die künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: "Es soll auf allen Ebenen regelbasierte, Deep Learning oder andere Arten von KI eingesetzt werden, um Soldaten effektiv zu entlasten."

Die Angebotsfrist zur Ausschreibung läuft bis zum 3. Juni, der Zuschlag soll Ende Juli erfolgen. Der erste maschinen/KI-gesteuerte Drohneneinsatz soll bereits zum Jahresende möglich sein. Interessant wird sein, ob neben den üblichen Anbietern wie Airbus und Thales auch US-amerikanische oder israelische ein Angebot einreichen werden. In beiden Ländern wurde bereits der militärische Einsatz von Drohnen im Schwarmverbund getestet. (anw)