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Bundeswehr-Großauftrag wohl an Konsortium EADS/Mobilcom/Ploenzke

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Das Bundesverteidigungsministerium wird nach Informationen des Wirtschaftsmagazins CIO den Milliardenauftrag "Herkules" aller Voraussicht nach an das Konsortium ISIC 21 vergeben. Es besteht aus dem IT-Dienstleister CSC-Ploenzke, dem Luftfahrt- und Elektronikkonzern EADS und dem Telekommunikationsbetreiber Mobilcom. Bei dem 5,9 Milliarden Euro schweren, in der IT-Branche heiß begehrten Großauftrag geht es um die Ausrüstung der Bundeswehr mit moderner Informationstechnologie im Laufe der nächsten 10 Jahre.

Laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberstleutnant Michael Kötting, gilt das ISIC-21-Konsortium als "bevorzugter Bieter". Bereits vergangen Mittwoch wurde den Unternehmen die Entscheidung mitgeteilt, die eine Niederlage für das bislang favorisierte Konsortium der Marktführer Deutsche Telekom, Siemens und IBM darstellt. Beobachter gingen davon aus, dass der Bundesauftrag an die Telekom erfolgen würde, da der Bund dort Großaktionär ist. In der Diskussion immer wieder auftauchende Korruptionsvorwürfe konnten bislang allerdings nicht bestätigt werden; vor kurzem wurde eine anstehende Entscheidung über den Großauftrag noch einmal verschoben.

Während der kommenden "Due-Diligence-Prüfung" wird die Bundeswehr mit dem erstplatzierten Konsortium weiterverhandeln. Laut einem Bericht des Handelsblatt gilt ISIC 21 in Vergabekreisen als "flexibler", da CSC-Ploenzke Konsortialführer sei. Die Konkurrenten seien hingegen als gleichberechtigtes Trio aufgetreten, was langwierige Abstimmungsprozesse zur Folge hatte. Sowohl IBM als auch Telekom-Tochter T-Systems wollten sich zum laufenden Bieterverfahren nicht äußern.

Am Donnerstag hatte Mobilcom-Chef Gerhard Schmid auf der Hauptversammlung von einer "aussichtsreichen Bewerbung um einen Großauftrag der Bundeswehr" gesprochen. Auf die Mobilcom würden zwei Milliarden Euro Umsatz entfallen, sagte Schmid. Doch Mobilcom gilt laut Handelsblatt als Wackelkandidat, da die Übernahme durch France Telecom noch nicht endgültig entschieden ist. Eventuell könnte deshalb Telekom-Tochter T-Systems immer noch im Spiel sein. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)