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Bundeswehr bekommt ein Konzept für digitale Kriegsführung

Das Bundesverteidigungsministerium plant offenbar, die bisher auf verschiedene Bereiche verteilten IT-Experten, Fachleute zur Abwehr von Cyberattacken sowie zur militärischen Aufklärung in einer neuen Abteilung zusammenzuführen.

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(Bild: Bundeswehr)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will angeblich kommende Woche ein Konzept für die digitale Kriegsführung vorstellen. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, sei geplant, die Streitkräfte umzustrukturieren. Die bisher auf verschiedene Bereiche verteilten IT-Experten, Fachleute zur Abwehr von Cyberattacken sowie zur militärischen Aufklärung sollen in der neuen Abteilung "Cyber- und Informationsraum" (CIR) im Verteidigungsministerium zusammengeführt werden.

Die neue Abteilung soll ab dem 1. Oktober Klaus-Hardy Mühleck leiten, bisher Manager von ThyssenKrupp. Ab April 2017 soll CIR von einem Dreisternegeneral als Inspekteur von Bonn aus geführt werden, aus 300 Mann bestehen und rund 13.500 Soldaten umfassen. Da der virtuelle Raum die "Konflikte der Zukunft maßgeblich bestimmen" werde, sei für die Bundeswehr ein "Fähigkeitszuwachs für Cyber-Operationen" zwingend geboten, zitiert Der Spiegel nach eigenen Angaben aus einem internen Konzeptpapier. Auch sollen die Netze der Bundeswehr durch regelmäßige Überprüfungen gegen Cyberangriffe sicherer gemacht und die Mitarbeiter für mögliche Datenlecks sensibilisiert werden.

Über defensive Vorkehrungen hinaus wurde im Januar bekannt, dass die Bundeswehr im Cyberraum auch offensiv vorgehen könnte. In einem Sachstandspapier des Verteidigungsministeriums hieß es, dass die "Abwehrkonzepte, die über den rein passiven Schutz zur Minimierung der Auswirkungen" eines Cyber-Angriffs hinausgehen, bereits von der NATO geprüft worden seien. (anw)