Bundeswehr setzt künftig auf Matrix als Messenger

Um die Kommunikation von Soldaten zu verbessern, setzt die Bundeswehr auf Matrix. Stashcat soll ab Herbst ersetzt werden.

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(Bild: Quardia/Shutterstock.com)

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Die Bundeswehr hat mit April die Zugänge für die von den Soldaten genutzten Messenger Matrix und Stashcat auf 30.000 beziehungsweise 50.000 erweitert. "Ziel ist es, dem zivilen und militärischen Personal in der Corona-Pandemie eine schnelle, direkte, einfache und trotzdem sichere Kommunikationsmöglichkeit bereitzustellen", heißt es in der Begründung.

Bereits seit Dezember wird die Open-Source-Lösung Matrix getestet. Sie ist allerdings auf dienstliche Smartphones und Tablets beschränkt. Wie angekündigt war, wird über die Chat-App künftig auch die Kommunikation aus der Schutzklasse "Verschlusssache" möglich sein. Geplant ist, Matrix auch auf privaten Endgeräten nutzen zu können – Start soll laut einer Pressemitteilung des BWI im Herbst sein.

Bisher können deutsche Streitkräfte auf ihren privaten Geräten nur Stashcat installieren. Der proprietäre Messenger steht seit Ende 2018 zur Verfügung, wird aber dann durch Matrix abgelöst, sobald dieser entsprechend ausgebaut ist.

Matrix soll ressortübergreifend eingesetzt werden, ging aus einer Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium, Peter Tauber (CDU), auf eine Anfrage der netzpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Anke Domscheit-Berg, hervor. Ziel ist also die sichere, alle Ministerien und nachgeordneten Behörden umfassende Nutzung. Das Pilotprojekt lief unter dem Namen "BwMessenger".

Als Client baut man auf die freie Software Riot, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Der Anbieter hat gerade erst in einem Blogbeitrag angekündigt, dass diese künftig standardmäßig bei aller nicht-öffentlichen Kommunikation aktiviert ist. Parallel dazu wurde der Code für die Verschlüsselung in Matrix umgestaltet. Zudem ist nun Cross-Signing möglich – damit sind Gesprächspartner als vertrauenswürdig eingestuft, wenn diese das Gerät, nicht jedoch das Konto, wechseln.

Stashcat vom deutschen Anbieter Heinekingmedia wird derweil von Polizeibehörden in Niedersachsen und Hessen genutzt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Funkgerätehersteller Hytera und dem Plattformanbieter Frequentis soll das Angebot für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ausgebaut werden. Andere Bundesländer testen weitere Messenger, Bayerns Polizei etwa nutzt Teamwire.

(emw)