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Bundeswehr soll unbemannte Kampfdrohnen für fast eine Milliarde Euro erhalten

Laut einer Vorlage im Bundestag sollen für fast eine Milliarde Euro Drohnen des Typs Heron TP geleast werden. Das wäre die erste waffenfähige Drohne für die Bundeswehr.

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Bundeswehr soll unbemannte Kampfdrohnen für fast eine Milliarde Euro erhalten

Die israelische Heron TP

(Bild: Israel Aerospace Industries)

Das Verteidigungsministerium will für 895 Millionen Euro israelische Kampfdrohnen des Typs "Heron TP" für neun Jahre für die Bundeswehr anmieten. Das geht aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die zuerst die Süddeutsche Zeitung online berichtete. Wenn der Haushaltsausschuss zustimmt, würde die Luftwaffe erstmals ein unbemanntes Flugzeug erhalten, das groß genug ist, auch Waffen zu tragen.

Über die Bewaffnung soll aber erst "nach ausführlicher völkerrechtlicher, verfassungsrechtlicher und ethischer Würdigung" gesondert entschieden werden. Seit acht Jahren setzt die Bundeswehr gemietete "Heron 1"-Aufklärungsdrohnen ein. Über die Anschaffung von Kampfdrohnen wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Sollte das Projekt noch vor Sommerpause durchs Parlament gehen, könnten die Drohnen frühestens in zwei Jahren eingesetzt werden, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Ende der vergangenen Wahlperiode hatte die SPD die Beschaffung von Kampfdrohnen noch blockiert. Diesmal scheint aber der Widerstand geschwunden zu sein, der Koalitionsvertrag sieht die Maßnahme ohnehin vor. Außen- und Verteidigungspolitiker der SPD werben laut Bericht in einem Brief um Zustimmung ihrer Fraktion. Ohne das Nachfolgemodell der als veraltet geltenden Heron-1-Drohnen "würde ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Soldatinnen und Soldaten sowie der Verbündeten im Auslandseinsatz entfallen", zitiert die Süddeutsche Zeitung aus dem Schreiben.

Insgesamt gilt das Leasing der Heron-Drohnen als Zwischenlösung bis irgendwann einmal die europäische Drohne MALE RPAS verfügbar ist. Diese EuroMALE, so ein inoffizieller Name, ist noch einmal ein Stückchen größer als die Heron TP, womit klar ist, dass sie bewaffnungsfähig ist. Im April wurde auf der Luftfahrtausstellung ILA ein Mockup der Drohne präsentiert. Unter anderem arbeiten die Konzerne Airbus und Dassault an dem Projekt. (Mit Material der dpa) / (axk)

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