Bundeswehr überging Parlament bei Laserwaffen-Entwicklung

80 Millionen Euro soll die Regierung für heimliche Forschung an Laserwaffen ausgegeben haben. Rheinmetall montierte etwa seinen Hochenergielaser (HEL) auf Panzer, vergangenen Herbst stritt das Verteidigungsminsterium Laserpanzer-Studien noch ab.

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Laserkanone von Rheinmetall

(Bild: Rheinmetall)

Von
  • Raimund Schesswendter

Die Bundesregierung lässt seit Jahren Rüstungskonzerne und Forschungsinstitute lasergestützte Waffensysteme entwickeln. 80 Millionen Euro soll das bisher gekostet haben und weder der Verteidigungausschuss noch das Parlament waren dabei involviert, berichtet die ARD.

Möglich soll das dadurch gewesen sein, dass das Vorhaben in Einzelprojekte unter der meldepflichtigen Kostengrenze von 25 Millionen Euro aufgeteilt war. Dementsprechend sauer reagierten einige Ausschuss-Mitglieder. Der Grüne-Politiker Tobias Lindner, zudem Berichterstatter für den Verteidigungshaushalt, erinnerte sich an ungeklärte Forschungsausgaben. Er will eine Diskussion über den Sinn der Laserwaffen.

Industrie und Ministerium betonen, die Systeme seien sehr präzise, auch auf hohe Entfernung. Laser seien daher besonders geeignet, Drohnen zu bekämpfen. Die US-Marine schoss bereits 2009 mit Laserstrahlen unbemannte Drohnen ab. Mittlerweile testet das US-Militär Laserkanonen mit denen Jets und Drohnen bewaffnet werden können.

Schon im Januar 2013 hat Rheinmetall erfolgreich zwei Waffen mit einem 20-kW und einem 30-kW-Hochenergielaser (HEL) getestet. Seit Herbst 2013 erprobt das Unternehmen die "HEL Effektoren", so die firmeneigene Bezeichnung, in der 5 und 10 kW-Version auf Radpanzern des Typs GTK Boxer. 50-kW-Lasergeschütze montiert es auf Tatra-LKWs.

Noch im Herbst 2014 soll das Verteidigungsministerium auf Nachfrage der Opposition abgestritten haben, "technische Studien zu einem Gefechtsfahrzeug der Zukunft mit einer laserbasierten Waffe" beauftragt zu haben.

Präsentationsvideo Rheinmetall Laserwaffe zur Flugabwehr

(rsr)