Burda steigt bei Social Network Xing ein

Burda sei ein "erfahrener Investor mit langjähriger Internetexpertise", heißt es von Xing zur Übernahme von etwas mehr als ein Viertel der Xing-Anteile durch Hubert Burda, der damit sein Digital-Geschäft weiter ausbauen will.

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Der Verleger Hubert Burda hat für rund 48 Millionen Euro etwas mehr als ein Viertel der Anteile am Online- Netzwerk Xing gekauft und baut damit sein Digital-Geschäft weiter aus. Die Burda Digital GmbH habe von der Cinco Capital GmbH (der Investmentfirma des Gründers und ehemaligen Chefs von Xing) 25,1 Prozent der Xing-Anteile gekauft, teilte die Firma mit. Der Kaufpreis je Aktie habe 36,50 Euro betragen. Am Dienstag hatte das Papier an der Frankfurter Börse zuletzt 31,50 Euro gekostet.

Burda sei ein "erfahrener Investor mit langjähriger Internetexpertise", erklärt Stefan Groß-Selbeck, Vorstandsvorsitzender der Xing AG. Man begrüße den Einstieg und sehe in der Burda Digital GmbH einen hervorragenden Partner für die weitere strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Das Social Network Xing, das in seinen Netzwerken und Gruppen vor allem auf Business-Kontakte und Karriereplanung ausgerichtet ist, legte gerade erst die Bilanzen für das dritte Geschäftsquartal vor, in denen ein weiterer Zuwachs der Geschäfte zu verzeichnen war. Auch die Zahl der Mitglieder wuchs nach Angaben des Unternehmens erneut; von den nunmehr 8,3 Millionen Usern sind 3,6 Millionen in Deutschland, der Schweiz und Österreich ansässig. Größte Konkurrenten von Xing sind weniger Social Networks wie Facebook oder StudiVZ/SchülerVZ/MeinVZ, sondern vor allem LinkedIn; das Business-Social-Network startete Anfang des Jahres mit einem eigenen deutschen Angebot, konnte zu diesem Zeitpunkt aber weltweit schon auf 34 Millionen Nutzer verweisen.

"Die Beteiligung ist ein wichtiger Schritt im Zuge des Ausbaus der digitalen Aktivitäten des Unternehmens", meinte Firmenechef Hubert Burda zu dem Anteilskauf. Burda fiel in letzter Zeit in der Öffentlichkeit vor allem dadurch auf, dass er angesichts der Krise der Verlage sein Heil in einem Leistungsschutzrecht sucht. Über dieses Recht, dessen Einführung auch für Verlage die schwarz-gelbe Koalition angedeutet hat, soll etwa für "gewerbliche Nutzungen" von Verlagsinhalten eine Gebühr erhoben werden. Bestimmte Nutzungsfälle könnten nicht mit dem bestehenden Urheberrecht abgedeckt werden, hieß es dazu auf einer Diskussionsrunde zwischen Verlagsvertretern und Kritikern. Matthias Spielkamp vom Urheberrechtsportal iRights.info hält dagegen, dass "wir mit der freiheitlichen Internetgesellschaft einpacken" könnten, wenn Verlinkung oder Zitieren von Verlagsinhalten abgabepflichtig würde. Betroffen von solch einem Leistungsschutzrecht wären wohl auch Social Networks und damit Xing, in denen entweder direkt oder durch die Nutzer und Gruppen des Netzwerks ebenfalls teilweise eine "gewerblichen Nutzung von Verlagsinhalten" durch Zitieren oder Verlinken stattfindet. (jk)