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C2Land: Autonomes Landesystem für Flugzeuge erfolgreich getestet

Mit C2Land haben Forscher ein vollautomatisches Landesystem für kleinere Flugzeug entwickelt und getestet. Die übliche Unterstützung vom Boden entfällt.

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Das Forschungsflugzeug der TUM landet vollautomatisch ohne Unterstützung von bodengebundenen Systemen.

(Bild: Andreas Dekiert / C2Land )

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Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig ein vollautomatisches Landesystem entwickelt, mit dem kleinere Flugzeuge ohne Unterstützung von bodenbasierten Systemen landen können. Ein erster Test des vom Bund geförderten Projekts "C2Land" verlief erfolgreich, erklärt die TUM in einer Pressemitteilung.

Das für Messfehler – zum Beispiel durch atmosphärische Störungen – anfällige GPS-System, wird durch ein optisches Referenzsystem unterstützt. Die von der TU Braunschweig entwickelte Unterstützung besteht aus zwei Kameras, von denen eine im normalen Sichtbereich arbeitet und eine zweite im Infrarot-Bereich, die auch bei schlechten Sichtverhältnissen Daten liefert. Zur Verarbeitung dieser Informationen und der Bestimmung der Flugzeugposition entwickelten die Forscher eine spezielle Bildverarbeitungssoftware.

Das Team der TUM entwickelte die gesamte Regelung und Systemsteuerung für das Forschungsflugzeug, eine modifizierte Diamond DA42, die mit dem Fly-by-Wire-System der TUM ausgestattet ist, was die Steuerung per Autopilot ermöglicht. Für die automatische Landung wurde die Software mit Funktionen für den Abgleich der Daten der Kameras mit den GPS-Signalen, der Berechnung des virtuellen Leitstrahls für den Landeanflug und der Flugregelung der unterschiedlichen Phasen des Anflugs erweitert.

Vollautomatische Landung mit optisch unterstützter Navigation für Kleinflugzeuge – TU München
Testpilot Thomas Wimmer ist von dem Landesystem überzeugt: „Die Kameras erkennen die Landebahn schon in großer Entfernung zum Flugplatz. Das System führt das Flugzeug dann vollautomatisch entlang des Anflugs und landet es präzise auf der Bahnmittellinie.“

Die automatische Landung von Verkehrsflugzeugen auf großen Flughäfen wird durch das Instrumentenlandesystem (ILS) gewährleistet. Dabei sendet das ILS Informationen an den Autopiloten vom Boden aus. Kleinere Flughäfen verfügen nicht über die Instrumentenlandesysteme, was einen Flug bei schlechter Sicht ausschließt. "Aber gerade für zukünftige Aufgaben der Luftfahrt ist eine automatische Landung essentiell", sagt Martin Kügler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Flugsystemdynamik der TUM. Etwa für den Fall, dass automatisierte Flugzeuge Fracht transportieren sollen, und natürlich wenn Passagiere automatisierte Flugtaxis nutzen.

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(bme)