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CCC will Bundestag unterstützen, den Big Brother Award aber nicht mehr

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Auf seiner Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main hat der Chaos Computer Club (CCC) eine "technische Nothilfe" für den Bundestag beschlossen. Er will die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft dabei unterstützen, die Diskussionsplattform Adhocracy einzuführen, die eine bessere Bürgerbeteiligung verspricht. Auf das Argument des Ältestenrates des Parlaments, die Installation von Adhocracy sei zu teuer, reagierte der CCC mit der Ankündigung, notfalls selbst die Kosten von 80.000 Euro zu übernehmen. "Die preiswerte und schnelle Lösung ist natürlich, dass der CCC dem Bundestag einfach eine Adhocracy-Installation einsatzfertig zur Verfügung stellt", heißt es in einer Mitteilung.

Der CCC will mit seinem Angebot den Bundestag angesichts der für heute anberaumten Sondersitzung zur Bürgerbeteiligung zu einer entschiedeneren Stellungnahme für den Einsatz von Adhocracy bewegen. Fünf Sachverständige der Internet-Enquete, darunter CCC-Sprecherin Constanze Kurz, hatten bereits vergangene Woche erklärt, gemeinsam mit den Entwicklern und weiterer Unterstützung aus der Open-Source-Gemeinschaft kurzfristig sowie kostenfrei eine Diskussionsplattform auf Basis des Werkzeugs Adhocracy zur Verfügung stellen zu wollen. Der CCC will nun die benötigte Summe nur dann zahlen, wenn überhaupt keine andere technische Lösung gefunden werden kann, die Bürger als "18. Sachverständigen" an der Kommission zu beteiligen.

Bei anderen Unterstützungsmaßnahmen ging der CCC auf Sparkurs. So wurde der jährliche Zuschuss von 6000 Euro für die deutschen Big Brother Awards gestrichen. Der FoeBuD als Ausrichter des Negativpreises habe über acht Jahre hinweg keine Rechnungen eingereicht. Der FoeBuD dementiert dies und verweist darauf, dass im CCC ohnehin darüber gesprochen worden sei, nicht länger jeden "Aktivismus" zu bezahlen.

Die Big Brother Awards werden seit 2000 jährlich vergeben, wobei von Beginn an ein Mitglied der Jury vom Chaos Computer Club an der Sichtung der Preisträger und an den Laudationes beteiligt ist. Die Awards für das Jahr 2011 sollen am 1. April in der Bielefelder Hechelei vergeben werden. (anw)