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CD-Händler legen Online-Pläne auf Eis

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Die Entwicklung der Echo-Plattform, mit der große US-Handelsketten den Sprung von physischen zum Online-Musikvertrieb wagen wollten, ist bis auf weiteres eingestellt. Das erst verganenes Jahr ins Leben gerufene Projekt, das unter anderem von Vertriebsgrößen wie Tower Records, Borders, Hastings Entertainment und den Virgin Megastores finanziert wurde, steht damit vor dem Ende -- noch bevor der Musikverkauf über Online-Kanäle richtig begonnen hat. "Die Realität sieht so aus, dass die Umsätze im Online-Geschäft -- selbst bei Apples Music Store -- gegenüber dem physischen Verkauf unter dem Strich unbedeutend niedrig sind", so Alex Bernstein, einer der Mitbegründer des Echo-Projekts nach US-amerikanischen Agenturberichten.

Nach Angaben der Recording Industry Association of America (RIAA) betrug der Gesamtwert aller im Jahre 2003 am US-Markt ausgelieferten CDs 11,2 Milliarden US-Dollar, während selbst die optimistischsten Schätzungen im Online-Vertrieb von höchstens 245 Millionen US-Dollar Umsatz ausgehen -- geringfügig mehr als die gute alte Kompaktkassette im selben Zeitraum. Apple ist bei den Mac-Nutzern außerordentlich erfolgreich, konnte seine Downloadzahlen durch den Start von iTunes für Windows jedoch nicht wie erwartet anheben. Die traditionellen CD-Verkäufer gehen davon aus, dass die Loslösung vom physischen Vertrieb längst nicht so schnell vonstatten geht, wie ursprünglich angenommen. (sha)