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CDU/CSU kritisiert Nominierung von "Killerspiel" für Computerspielpreis

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Nachdem der Vorgänger Crysis mit seiner aufwendigen Grafik selbst schnellste PCs auslastete. konzipierte Crytek das Mitte 2011 erschienene Crysis 2 für die Hardware von Spielkonsolen und schraubte die technischen Ansprüche stark zurück.

(Bild: Crytek)

Die Unionsfraktion im Bundestag hat die Nominierung des Computerspiels Crysis 2 als bestes deutsches Computerspiel scharf kritisiert. "Sogenannte Killerspiele dürfen nicht honoriert werden, auch wenn sie technisch noch so ausgereift sind", erklärte der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, am Mittwoch in Berlin. Crysis 2 von Crytek ist zusammen mit der Aufbausimulation Anno 2070 von Blue Byte und dem Adventure Harveys neue Augen von Daedalic Entertainment als "Bestes Deutsches Spiel" nominiert. Die Computerspielpreise werden am morgigen Donnerstagabend vergeben.

"Wir tolerieren nach unserem Freiheits- und Demokratieverständnis durchaus jeden Erwachsenen, der diese Art von Spielen in der Freizeit spielt", schrieb Börnsen in einer Erklärung. Unter dem Aspekt des Jugendschutzes werde es aber jetzt vielen Eltern noch schwerer gemacht, sich für alternative, sinnvolle Spiele einzusetzen.

Der Deutsche Computerspielpreis wird gemeinsam getragen von den Branchenverbänden BIU e.V. und G.A.M.E. e.V. und dem Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Der Preis soll laut Selbstdarstellung "besondere Anreize für die Entwicklung innovativer, kulturell und pädagogisch wertvoller Spielekonzepte und -Inhalte" setzen.

Börnsen brachte eine Neubesetzung der Jury für die Vergabe der Computerspielpreise ins Gespräch und setzte damit die aktuelle Jury unter Druck. Grundlage für die Preisvergabe sei ein Bundestagsbeschluss von 2007, wonach inhaltliche Kriterien höher bewertet werden müssten als die technische Qualität einer Spielsoftware. Bei der Nominierung von Crysis 2 hätte der rein technisch-innovative Aspekt im Vordergrund gestanden, so Börnsen.

Update: In Reaktion auf die Äußerungen Börnsens zeigte sich der BIU "irritiert": "Die Ausrichter können es nicht hinnehmen, dass die unabhängige Jury beschädigt wird", heißt es in einer Stellungnahme. "Die Öffnung der Kategorie wurde einvernehmlich durch die Verbände und den Kulturstaatsminister Bernd Neumann vereinbart", erklärte BIU-Sprecher Christian Brehm. Laut BIU wurde die Jury, die aus Wissenschaftlern, Medienpädagogen, Jugendmedienschützern sowie Vertretern aus der Politik, der Fachpresse und der Spielebranche besteht, zur Hälfte von der Bundesregierung vorgeschlagen, die anderen 50 Prozent von Seiten des BIU und vom G.A.M.E. e.V. (hag)

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