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CDU-Minister: Cybersicherheit muss in Unternehmen Chefsache sein

Nach Hackerangriffen auf Firmen in Baden-Württemberg wollen zwei Minister den Fokus auf Cybersicherheit legen und stellen mehr Unterstützung in Aussicht.

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(Bild: ElRoi / Shutterstock.com)

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Die Landesregierung von Baden-Württemberg will das Thema Cybersicherheit angesichts der jüngsten Hackerangriffe auf Unternehmen stärker in den Fokus rücken. Innenminister Thomas Strobl und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (beide CDU) riefen Unternehmen dazu auf, sich mit den Gefahren auseinanderzusetzen und sich vor Angriffen zu schützen. Die Arbeit der verschiedenen Behörden solle künftig in einer "Cybersicherheitsagentur" koordiniert werden, betonte Strobl.

"Die Digitalisierung wird nur gelingen, wenn die Menschen der Technik vertrauen. Deshalb muss Sicherheit ganz oben stehen", betonte der Innenminister. "Gerade auch in den Unternehmen muss die Cybersicherheit Chefsache sein, um Daten, Systeme und wertvolles Knowhow zu schützen."

Hoffmeister-Kraut sagte, die Gefahr werde bislang noch in vielen Unternehmen unterschätzt. "Illegaler Wissens- und Technologietransfer sowie Wirtschaftssabotage können erhebliche Konsequenzen für die betroffenen Betriebe haben", warnte die Wirtschaftsministerin. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz brächten zwar viele Vorteile, aber eben auch ganz neue Sicherheitsrisiken.

Für den Aufbau der "Cybersicherheitsagentur" seien im Entwurf für Baden-Württembergs Doppelhaushalt 2020/21 fünf Millionen Euro vorgesehen, das entspreche 46 Stellen, hieß es. "Eine Vorbereitungsgruppe soll 2020 die gesetzlichen, administrativen und strukturellen Vorbereitungen für den Start eines Aufbaustabs im Januar 2021 treffen", erklärte Strobl.

Seit 2018 gibt es bereits eine Cyberwehr in Baden-Württemberg, die kleinen und mittelgroßen Firmen ohne eigene IT-Abteilung im Stile einer Digital-Feuerwehr bei Hackerangriffen schnell helfen soll. Außerdem befassen sich Experten beim Landeskriminalamt und auch bei den regionalen Polizeipräsidien mit Fällen von Cyberkriminalität. Deren Arbeit soll die "Cybersicherheitsagentur" künftig koordinieren und auch als Ansprechpartner gegenüber dem Bund auftreten, wie ein Sprecher erläuterte.

Laut BSI-Lagebericht 2019 haben Ransomware-Angriffe zu zahlreichen Produktionsausfällen geführt. Vor einer Woche erst war der Automatisierungstechnik-Spezialist Pilz Ziel einer Attacke mittels Schadsoftware geworden. Weltweit waren sämtliche Server- und PC-Arbeitsplätze inklusive des Kommunikationsnetzwerkes des Unternehmens betroffen. Ende September legte eine Malware beim Rüstungskonzern Rheinmetall die Produktion an drei Standorten in Amerika lahm. Die Tübinger Buchhandlung Osiander war im Mai Ziel des Verschlüsselungstrojaners Ryuk geworden, der oft einem Emotet-Befalls folgt.

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(ktn)