CERN stellt Nutzung von Facebooks Workplace ein

Das europäische Kernforschungszentrum CERN stellt die Nutzung des Kommunikationstools Facebook Workplaces ein.

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(Bild: Sata Production/Shutterstock.com)

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Nach Ablauf einer kostenlosen Testphase hat das Forschungszentrum CERN die Arbeit mit Facebooks Kommunikationstool Workplace beendet. Die Forscher suchen nach einer kostenlosen Alternative, denn die Zusammenarbeit ist bereits Ende Januar abgelaufen.

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Laut der Mitteilung des CERN habe man ihnen von Facebook angeboten, entweder für die Weiternutzung zu zahlen oder eine kostenlose, aber auch abgespeckte Version zu bekommen. Diese würde allerdings zudem beinhalten, dass alle Daten an Facebook gesendet würden. Workplace ist eine von Facebook entwickelte Plattform für Unternehmen, die Chats ermöglicht, das Hochladen und Teilen von Daten und damit ähnlich wie die Konkurrenten Trello oder Slack funktioniert.

Es käme weder das Bezahlen noch die freie Version mit diesen Bedingungen in Frage. Es hätten von 1000 Mitarbeitern, die ein Konto angelegt haben, lediglich 150 das Tool auch aktiv genutzt: "Viele Leute bevorzugen es, kein Werkzeug eines Unternehmens zu benutzen, dem sie im Umgang mit privaten Daten nicht trauen."

Bereits jetzt gäbe es einzelne Alternativen aus dem eigenen Haus: Mit Mattermost habe man einen Instant-Messenger für private Unterhaltungen und Gruppenchats. Über die Plattform Discourse ließen sich Daten und Wissen austauschen. Bisher werde sie für etwa Fragen-und-Antworten-Stücke genutzt.

Im Sommer war das Forschungszentrum bereits von Microsoft zu Open-Source-Software gewechselt, da man Lizenzkosten für propietäre Programme sparen wolle. Nebenbei ging es auch darum, mehr Kontrolle über eingesetzte Software zu bekommen. Der Wechsel ist als "MALt"-Projekt ausgelegt – "Microsoft Alternatives Projekt", was bedeutet, dass die Migration begleitet und untersucht wird. CERN berichtet darüber in Blog-Beiträgen. (emw)