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CES 2016: Las Vegas zelebriert die große Technik-Show

Anfang Januar macht sich der Treck auf nach Las Vegas: Die CES ist die größte US-Messe für Unterhaltungselektronik und der erste feste Termin für die Branche. Der Messejahrgang 2016 wird unter anderem von Virtual Reality und den Autoherstellern geprägt.

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CES 2016: Las Vegas zelebriert die große Technik-Show

Das knallt: Virtual Reality gilt als einer der großen Trends der CES.

(Bild: CES)

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Das "S" stand einmal für "Show". Mittlerweile heißt die International Consumer Electronics Show schlicht CES. Und weil die CES in Las Vegas stattfindet, ist ein bisschen mehr Lametta, als man das von einer Fachmesse erwarten darf. Die CES ist der erste feste Termin des Jahres für die internationale Elektronikbranche. Anfang Januar werden mehr als 170.000 Fachbesucher, davon 50.000 internationale Gäste, im US-Spielerparadies erwartet, um den Techniktrends des Jahres nachzuspüren. 2016 findet die CES vom 6. bis 9. Januar statt. Doch schon vor der Eröffnung stellen einige der mehr als 3600 Aussteller ihre Neuheiten vor. heise online und c't sind vor Ort und berichten.

Längst ist die CES mehr als eine Messe für Unterhaltungselektronik. Seit dem Ende der Computermesse COMDEX und mit der Digitalisierung aller Lebensbereiche gibt es auf der CES vom Kühlschrank über den Fernseher und die Flugdrohne bis zum Auto fast alles zu sehen, was Strom verbraucht und vernetzt ist. Das breite Spektrum spiegelt sich auch in der Riege der hochrangigen Gäste wieder, die auf dem begleitenden Kongress sprechen: Mary Barra (CEO General Motors), Herbert Diess (Markenvorstand VW), Reed Hastings (CEO Netflix), WP Hong (Samsung), Brian Krzanich (CEO Intel), Robert Kyncl (CBO Youtube), Ginni Rometty (CEO IBM).

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2016 steht ganz im Zeichen der virtuellen Realität: Die ersten VR-Headsets sollen im März in den Handel kommen. Bislang gab es außer der von Samsung und Oculus entwickelten Smartphone-VR-Brille Gear VR und zahllosen Cardboard-Klonen nur Vorseriengeräte für Entwickler. Die mit Spannung erwarteten VR-Brillen Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR werden voraussichtlich auf der CES zu sehen sein – und vielleicht trauen sich die Hersteller hier auch, endlich die geplanten Verkaufspreise zu nennen.

Kuriositäten auf der CES 2015 (34 Bilder)

Verursacht schon beim Zuschauen Übelkeit: Der Rennsimulator am Stand des chinesischen Displayspezialisten Hisense ließ manchen Besucher vergessen, weshalb er eigentlich auf der Messe war.

Handfeste Neuigkeiten dürfte es von HTC und Valve geben: HTC-Chefin Cher Wang hat einen "sehr, sehr großen technischen Durchbruch" angekündigt. Oculus VR und Sony sind natürlich auch auf der Messe – was sie zeigen werden, ist allerdings noch unklar. Daneben sind auch viele kleine Unternehmen wie Homido und Virtuix auf der Messe vertreten. Die CES hat für VR mit dem "Gaming & Virtual Reality Marketplace" einen eigenen Bereich geschaffen.

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Autos nehmen auch 2016 wieder einen breiten Raum auf der CES ein. Die beiden zentralen Themen sind dabei Elektromobilität und autonomes Fahren. Volkswagen führt die Reihe der großen Eröffnungs-Keynotes deutscher Autobauer nach Audi und Daimler fort. Markenvorstand Herbert Diess wird wohl ein Konzeptauto für erschwingliche Langstrecken-Elektromobilität vorstellen. Auch andere Hersteller wie BMW, Mercedes und Ford werden ihre
neuesten Entwicklungen präsentieren.

Zahlreiche Autohersteller zeigen auf der CES neue Konzepte.

(Bild: CES)

Besonders spannend dürfte es beim kleinen Schweizer Hersteller Rinspeed zugehen. Der Hybrid-Sportwagen Σtos auf Basis des BMW i8 ist auch technisch ein Hingucker: Vom einfaltbaren Lenkrad über das mitdenkende Infotainment bis zum Drohnen-Landplatz auf dem Heck enthält er viele Überraschungen. Auch Zulieferer wie Bosch und Continental stellen auf der CES aus. Continental zeigt die Möglichkeiten seiner Auto-Cloud-Lösung eHorizon.

Dem bisherigen Leitmotiv "groß und scharf" bleiben Fernseher treu. Dank Streaming-Diensten wie Amazon, Netflix oder Maxdome dürfte 4K (oder Ultra-HD) mit 3840 × 2160 Pixeln den Siegeszug antreten. Doch die kommenden TVs werden nicht nur schärfere Bilder anzeigen, sondern auch schönere: Mit neuen OLED-Displays oder mit Hilfe von Quantenpunkten bei LCDs können sich die Zuschauer auf besonders kräftige und satte Farben freuen. Zudem wollen die Hersteller am Kontrast drehen. High Dynamic Range (HDR) soll für eine kontrastreiche Darstellung und damit besonders plastische und knackige Bilder sorgen.

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Auf der CES dürfte es nun endlich auch eine Blu-ray-Disc und passende Geräte für 4K-Inhalte geben. Sicher scheint jedenfalls, dass Panasonic und Samsung einen Player im Gepäck haben. Und auch die Hollywood-Studios dürften langsam aus der Deckung kommen. Den Standard für die "Ultra HD Blu-ray" hatte die Blu-ray Disc Association bereits im Mai verabschiedet.

Video-on-Demand-Dienste haben mittlerweile die Gelegenheit genutzt und bieten Kunden mit entsprechend potenten Internetzugängen (DSL 25 aufwärts) bereits 4K-Filme als Streams an. Amazon und Netflix dürften die CES nutzen, um ihr Ultra-HD-Angebot noch einmal aufzubohren und so ihren Vorsprung bis zur Markteinführung der UHD-Disc weiter auszubauen. Auch von der UHD Alliance (UHDA) soll es Details zu den jüngst beschlossenen technischen Standards für 4K Ultra HD geben.

Fernseher werden von Jahr zu Jahr größer und schärfer – aber nicht immer smarter.

(Bild: CES)

Doch die schönste Bildqualität bringt nichts, wenn sich die smarten Fernseher nicht smart bedienen lassen. Wie das geht, machen Tablets und Smartphones seit Jahren vor. So langsam ziehen nun auch die TV-Hersteller nach. Einen gelungen Anfang hat Google mit Android TV auf Fernsehern von Sony und Philips bereits gemacht. Und auch LG hat bereits die Version 3.0 seines eigenen Betriebssystems WebOS versprochen. Vielleicht geht mit den neuen Betriebssystemen sogar der Plan der Hersteller auf, die Fernseher als Zentrale fürs Smart Home zu etablieren. Das vernetzte Heim wird auch eines der Themen dieser Messe sein.

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Bei Notebooks steht bei allen großen Herstellern die nächste Generation an Business-Notebooks an. HP hat mit den kürzlich vorgestellten Z-Books bereits angedeutet, dass die herkömmlichen Dockingstationen mit proprietärem Anschluss wohl ausgedient haben: Stattdessen gibt es universelle Docks, die über Typ-C-Buchsen per Thunderbolt 3, DisplayPort und USB 3.1 Anschluss suchen.

Es wird sicherlich auch das ein oder andere neue Smartphone zu sehen geben, doch die Vorstellung von High-End-Geräten wie dem Galaxy S7 dürften sich die Hersteller für den Mobile World Congress im Februar aufheben. Bei Tablets darf man gespannt sein, wie die Hersteller auf die derzeitige Absatzflaute reagieren. (vbr)

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