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CES 2016: Lenovo und Google tanzen Tango

Googles Project Tango nimmt Form an: Im Sommer will Lenovo ein Smartphone herausbringen, das mit der 3D-Kameratechnik Räume erfassen kann. Was man damit alles anfangen kann, hat Google in Las Vegas gezeigt. Bei Intel kann man sogar schon vorbestellen.

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Googles Johnny Lee zeigt auf der CES Anwendungsmöglichkeiten für sein "Project Tango"

Googles Johnny Lee zeigt auf der CES Anwendungsmöglichkeiten für sein "Project Tango".

(Bild: heise online/vbr)

Der chinesische Hardwarehersteller Lenovo will im Sommer ein Smartphone auf den Markt bringen, das mit der von Googles unter dem Projektnamen Tango entwickelten 3D-Raumerkennung ausgestattet ist. "Wir wollen nicht, dass diese Technik eine Nische bleibt", sagte Jeff Meredith, der bei Lenovo für die Entwicklung des Smartphones verantwortlich ist. "Wir wollen das wirklich einem großen Publikum zugänglich machen." Das Smartphone soll im Sommer erscheinen und weniger als 500 US-Dollar kosten.

Unter dem Codemanen "Project Tango" wird bei Google seit 2014 eine Technik entwickelt, mit der Räume und Objekte sowie die eigene Bewegung in Echtzeit erfasst werden können. Bisher ist für Tango nur ein etwas klobiges Tablet und ein Software Development Kit verfügbar. Das Gerät erfasst die Umgebung mit drei verschiedenen Kameras und kann darin dann virtuelle Objekte maßstabsgerecht abbilden. Neben Augmented-Reality-Anwendungen lassen sich damit auch hübsche Spielereien realisieren.

So oder ähnlich könnte das noch namenlose Tango-Phone von Lenovo aussehen.

(Bild: heise online/vbr)

Johnny Lee, der bei Google für Project Tango verantwortlich ist und zuvor unter anderem an Microsofts Kinect mitgearbeitet hat, zeigte in Las Vegas mögliche Anwendungsszenarien. So kann man mit einem Tango-Gerät einen Raum vermessen und darin realistische Darstellungen von Möbeln platzieren. So können sich zum Beispiel Kunden einen Eindruck verschaffen, wie sich ein neues Möbelstück im Wohnzimmer macht. Auch eine Augmented-Reality-Version des Geschicklichkeitsspiels Jenga zeigte Lee.

Während Lee in Las Vegas noch mit dem nicht besonders hübschen Entwickler-Tablet hantierte, soll das bei Lenovo seit ungefähr einem Jahr entwickelte Smartphone dem aktuellen Schönheitsideal entsprechen. Dabei sei es nicht ganz einfach gewesen, die drei Kameras in einem flachen Smartphone unterzubringen, erklärte Meredith. Die Entwickler hätten beim Design das Innenlebens ganz neue Wege gehen müssen. Handfestes hatte Lenovo allerdings noch nicht vorzuweisen. Der Hersteller zeigte lediglich ein paar Designstudien für das noch namenlose Gerät. Mit an Bord ist Qualcomm, das einen Snapdragon-Chip beisteuert.

Um die Entwicklung von Anwendungen für Tango anzukurbeln, lobt Google neue Fördermittel aus. Im Rahmen des neuen App-Inkubator-Programms bietet Google finanzielle und fachliche Unterstützung an. Entwickler können sich mit ihren Ideen noch bis zum 15 Februar bei Google bewerben.

[Update 15:00] Bei Intel lässt sich derweil ein Smartphone mit Project Tango vorbestellen, wobei Intel keine Angaben zum Auslieferungstermin macht. Das Gerät hatte Intel im April vorigen Jahres angekündigt und im August gezeigt. Als 3D-Kamera ist natürlich Intels eigene RealSense eingebaut. Das Handy richtet sich an Entwickler und ist explizit als Developer Kit bezeichnet. Es soll 400 US-Dollar kosten und ist derzeit nur an US-Lieferadressen vorbestellbar. [/Update] (vbr)