Menü

CES 2016: Neue HTC Vive mit Kamera ausprobiert

Das neue Entwicklermodell der VR-Brille HTC Vive hat nun eine Kamera eingebaut - die soll unter anderem Stolpern verhindern. Außerdem wurde die Optik verbessert, trotz unveränderter Auflösung erkennt man bei der "Vive Pre" fast keine Pixel mehr.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 20 Beiträge

Das neue HTC-Vive-Entwicklermodell hat nun eine Kamera eingebaut.

(Bild: heise online / jkj)

Einen großen Durchbruch habe man erzielt, hieß es vollmundig in der Ankündigung zur HTC-Vive-Präsentation auf der CES – klar, dass wir da ziemlich gespannt waren. Schließlich gilt das zusammen mit Valve entwickelte Virtual-Reality-System als ehrgeizigster Oculus-Konkurrent. Anders als bei der Rift-Brille kann man sich mit der Vive in einem bis zu 25 Quadratmeter großen Raum frei bewegen – man muss nur auf die Kabel aufpassen.

Video: Die HTC Vive Pre im Hands-on

Statt Drahtlos-Technik (das wäre tatsächlich ein Durchbruch gewesen!) bietet die neue Entwicklerversion namens Vive Pre nun eine eingebaute Kamera. Mit der kann man auf Wunsch (Doppeltipp auf eine der Controller-Tasten) den sogenannten "Chaperone"-Modus aktivieren: Damit sieht man seine Umgebung in futuristischer Skizzengrafik – man kommt sich tatsächlich ein bisschen wie der Terminator vor. Anders als beispielsweise der Kameramodus in der Gear-VR-Brille wird die Umgebung im Chaperone-Modus ohne spürbare Latenz dargestellt. Zurzeit wird die Funktion lediglich genutzt, damit man nicht über Möbel oder Menschen stolpert – denkbar ist aber künftig auch der Einsatz in Augmented-Reality-artigen Anwendungen.

Die Vive-Controller sehen deutlich hübscher aus als beim Vorgängermodell.

(Bild: heise online / jkj)

Verbessert wurde obendrein die Optik: Laut HTC werden die Linsen nun mit "Mura"-Korrektur (vom japanischen Wort für "ungleichmäßig") hergestellt – eine Technik, die bei vielen OLED-Herstellern allerdings bereits seit langem zum Standard gehört. Im Vergleich zur ersten Vive-Entwicklerversion kam uns das Bild aber tatsächlich schärfer und vor allem weniger pixelig vor. Trotz gleichgebliebener Auflösung (1200 × 1080 Pixeln) pro Auge konnten wir so gut wie keine Bildpunkte mehr erkennen.

Fallen in den Zimmerecken nicht mehr so auf wie noch im alten Design: Die neuen Lighthouse-Scanner.

(Bild: heise online / jkj)

Sah das erste Entwickler-Modell der Virtual-Reality-Brille HTC noch ziemlich selbstgeklöppelt aus, wirkt der Nachfolger namens "Vive Pre" nun deutlich edler. Aber nicht nur die Brille wurde professionalisiert, sondern das gesamte Vive-Ökosystem – am stärksten fällt das bei den beiden Controllern auf, die sind nicht nur hübscher, sondern liegen auch viel besser in der Hand. Sogar die "Lighthouse"-Scanner, die für das Raum-Tracking zuständig sind, dürften sich nun auch Ästheten fest ins Virtual-Reality-Zimmer installieren. Die Controller haben jetzt einen MicroUSB aufladbaren Akku, der mindestens vier Stunden durchhalten soll.

Die neue Entwickler-Version will HTC an 7000 Software-Schmieden verschenken. Die Consumer-Version der HTC Vive soll nach neuesten Prognosen im April in den Handel kommen. Im Februar werden Vorbestellungen entgegengenommen, erst dann will sich HTC zum Verkaufspreis äußern.

(jkj)