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CES: Bosch lässt Autos alleine fahren

Bosch hat einen Stauassistenten zur Serienreife entwickelt. Er soll das Autofahren sicherer und stressfrei machen. Das Unternehmen will mit Fahrzeugsensoren und Fahrassistenzsystemen bald schon Milliarden-Umsätze machen.

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Als Attraktionen auf dem Messestand auf der CES in Las Vegas hat Bosch einen Nachbau des sprechenden Computer-Autos K.I.T.T. aus der Serie Knight Rider angekündigt. Ganz so intelligent wie der umgebaute Pontiac Trans Am, der in der Science-Fiction-Serie seinem Fahrer David Hasselhoff alias Michael Knight ständig das Leben retten musste, sind heutige Autos noch nicht. Doch vorausschauende Bremsassistenten können bereits manchen Unfall verhindern. Laut Studien sollen sich in Deutschland so bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle vermeiden lassen.

Boschs iBooster soll den Bremsdruck drei Mal schneller aufbauen können, als gängige ESP-Systeme. Vorausschauende Bremsassistenten können so schneller auf Gefahrensituationen reagieren. In Verbindungen mit einer automatischen Abstandsregelung bremst iBooster das Fahrzeug besonders sanft ab. Das System arbeitet nicht hydraulisch, sondern elektromechanisch und eignet sich daher für den Einbau in Hybrid- und Elektrofahrzeugen.

Bosch Fahrassistenzsysteme (4 Bilder)

Testfahrt mit Autopilot

Bosch-Entwickler sammeln mit hochautomatisierten Fahrzeugen Erfahrungen auf deutschen Autobahnen. Dabei werden die Systeme in alltäglichen Fahrsituationen erprobt und verbessert. In kritischen Situationen greift der Testfahrer ein.
(Bild: Bosch)

Doch Bremsen allein reicht nicht. In diesem Jahr will Bosch mit einem europäischen Fahrzeughersteller einen Stauassistenten auf den Markt bringen, der das Auto bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h in der Spur hält, beschleunigt und zuverlässig hinter dem Vordermann zum Stehen kommt. Er soll stressfreies und sicheres Fahren bei dichtem Verkehr ermöglichen. Bislang gibt es solche Systeme nur in der Oberklasse. Doch für Bosch-Geschäftsführer Werner Struth ist es ein natürlicher Weg, dass solche Systeme wie etwa das ESP und auch breiteren Käuferschichten angeboten werden. Auf der CES zeigt Bosch den Stauassistenten in einem umgebauten Jeep Cherokee. Welcher Hersteller das Bosch-System übernimmt, ist derzeit noch geheim.

Bosch entwickelt seit 2011 an den Standorten Palo Alto in den USA und Abstatt in Deutschland Systeme zum automatisierten Fahren. Bosch-Manager Dirk Hoheisel hofft, dass Bosch 2016 mit Fahrassistenzsystemen eine Milliarde Euro Umsatz machen kann. (ad)