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CES-Fazit: Alles sammelt Daten

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Am Freitagabend schließt die CES ihre Türen, eine Woche lang war Las Vegas wieder Dreh- und Angelpunkt der traditionell sehr US-zentrierten Technikwelt. Sogar Nachwuchs-Nerd und Bild-Chefredakteur Kai Diekmann wurde in den Messehallen gesichtet, ganz startup-mäßig mit weißen Chucks-Turnschuhen.

Und wie jedes Jahr steht am Ende die Frage im Raum: Wohin geht die Reise? Was sind die Techniktrends im kommenden Jahr? Eines der dominanten Themen kann man mit einem fast schon wieder in Vergessenheit geratenen Slogan zusammenfassen: The Internet of Things. Gab es doch kaum ein Gerät auf der Messe, das ohne Netzverbindung auskommt. Zahnbürsten, Hundehalsbänder, Türschlösser, Rauchmelder, Autos – alles mit Sensoren ausgestattet, alles vernetzt. Außerdem kommt die Technik dem Körper immer näher, die Gerätegattung "Wearables" boomte auf der Messe gewaltig. Wirklich kreative Ideen hatten hauptsächlich die kleinen Startups, den großen Herstellern wie Sony und LG fiel meist nicht viel Besseres ein als schnöde Aktivitätstracker-Armbänder.

CES 2014: Highlights und Kuriositäten (20 Bilder)

Die "Kopfhörer-Videobrille" Avegant Glyph kann in puncto Bildhelligkeit und Schärfe locker mit der Oculus Rift mithalten, leider ist der Blickwinkel deutlich geringer: das Bild füllt keineswegs das Blickfeld aus und entspricht etwa einem 80:”-Display mit zwei Metern Diagonale aus 2,5 Metern Entfernung. Statt eines LC-Displays nutzt die Glyph zwei DLP-Projektoren mit LED-Lichtquelle. Die Videobrille soll über die Crowdfinancing-Plattform Kickstarter finanziert (Start am 22. Januar) und noch in diesem Jahr für 500 US-Dollar ausgeliefert werden. (Bild: Jan-Keno Janssen)

Aber wollen wir eigentlich wirklich, dass alle Geräte in unserer Umgebung permanent Daten sammeln und diese in der Cloud speichern? In Zeiten des NSA-Skandals, in denen uns fast täglich Hiobsbotschaften über gehackte Server erreichen? Die Hersteller scheinen sich diese Frage nicht zu stellen, für sie ist offenbar klar, dass der Kunde das schon nicht so kritisch sehen wird. Aber obwohl Datenschutz in den USA bei weitem nicht so ein heikles Thema ist wie beispielsweise in Deutschland, konnte man auch auf der CES kritische Stimmen hören – auf Pressekonferenzen fragten häufig auch US-Journalisten nach, ob denn die Daten auch sicher seien und wem sie eigentlich gehören.

Die klassische Unterhaltungselektronik-Industrie hatte hauptsächlich sehr voraussehbare Produkte im Köcher: Riesige Fernseher (gerne jenseits der 50 Zoll) mit gebogenen Displays und natürlich 4K-Auflösung, inzwischen meist als Ultra High Resolution (UHD) bezeichnet. 4K scheint der Kundschaft deutlich wichtiger zu sein als beispielsweise 3D. So berichtete ein Hersteller kopfschüttelnd, dass die häufigste Frage des Messepublikums zu jeder Art von Display "Ist das denn auch 4K?" gewesen sei.

Mit Abstand die am häufigsten anzutreffende 4K-Gerätegattung waren Fernseher – obwohl die hohe Auflösung hier am wenigsten nützt: Aus einigen Metern Entfernung – also normalen Sofa-Sitzabständen – kann wohl niemand zwischen 4K- und Full-HD-Auflösung unterscheiden. Da braucht es entweder superscharfe Augen oder einen Riesenschirm. Richtig sinnvoll ist 4K dagegen bei Computermonitoren: Hier sitzt man direkt davor und Inhalte (Fotos, Computerspiele etc.) gibt es bereits jetzt wie Sand am Meer in der ultrahohen Auflösung.

Die Favoriten des heise-Teams auf der CES (6 Bilder)

Oculus Rift

Zum zweiten Mal ein Prototyp auf der CES, zum zweiten Mal ein absolutes Messe-Highlight: Von der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift wird noch viel zu reden sein. (Bild: heise online)

Anders als bei den TVs kommt 4K bei den Monitoren aber nur ganz langsam in Fahrt. Das gleiche gilt für Projektoren: Je größer das Bild, desto mehr hat man von 4K. Leider sieht auch hier die Entwicklung mau aus. Außer einem Profi-Projektor-Prototypen (Kostenpunkt wahrscheinlich sechstellig) und einem Sony-Ultrakurz-Distanz-Prototypen war 4K-Projektion Fehlanzeige auf der CES.

Der neue Prototyp der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, Sonys Smartphone Xperia Z1 compact (zur Abwechslung mal wieder ein High-End-Telefon, das nicht riesig ist), die überraschende Vielzahl an Steam Machines (Desktop-PC tot? Von wegen!), die preiswerte Wärmebildkamera von Flir (sowas kostet sonst ein Vermögen) und die clevere Schlafdaten-Matte Withings Aura. Außerdem überraschrte uns Intels Selbstverpflichtung, keine Konflikt-Metalle aus der Kongo-Region mehr zu verwenden.

Erster Eindruck der Oculus Rift Crystal Cove

(jkj)

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