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CES: Gates findet noch kleine Teufelchen in den Konvergenz-Details

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Was eigentlich als launige Keynote, also sozusagen als Leitmotiv der heute eröffneten Consumer Electronics Show (CES) gedacht war, geriet zur unfreiwillig komischen Nummer: Microsoft hatte eigens den Late-Night-Komödianten Conan O'Brien verpflichtet, um den Vortrag des Software-Chefs kurzweiliger zu gestalten. Dessen Gags zündeten zwar -- doch immer, wenn Gates das Publikum beeindrucken wollte, lief nicht alles nach Plan. Und der für seinen beißenden Spott bekannte O'Brien gab in seinem Eingangsmonolog eher unfreiwillig ein etwas anderes Motto der Veranstaltung schon vor: Wer zur CES in die Spielerstadt Las Vegas reise, könne entweder Crap (ein Würfelspiel) spielen -- oder sich "crap" (auf gut Deutsch: Bockmist) anhören.

Nachdem Gates einige Allgemeinplätze zur Konvergenz von Computertechnik und Unterhaltungselektronik von sich gegeben hatte, wollte der Microsoft-Gründer ein paar Kostproben von der einfachen Bedienbarkeit der PCs mit Windows XP Media Center geben. Alle medialen Dienste des PC sollen etwa mit einer einzigen Fernbedienung auf Knopfdruck steuerbar sein. Doch das Vorführgerät versagte trotz mehrfacher Versuche durch Gates den Dienst. Als kein Ersatz zu beschaffen war und Gates schließlich irritiert aufgab, rief O'Brien aus: "Hey, wer ist denn hier eigentlich bei Microsoft verantwortlich?" Es kostete den routinierten Entertainer ein wenig Mühe, den Dialog mit dem sichtlich aus dem Konzept gebrachten Software-Tycoon wie vom Drehbuch vorgesehen weiterzuführen.

Doch dem mächtigsten Unternehmer der Welt blieb eine weitere Panne nicht erspart -- ausgerechnet beim Stichwort "Gaming". Gates rief einen Assistenten auf die Bühne, der mit dem Prototyp des Autorennens "Forza Motorsport" die Entwicklung der Spielplattform Xbox vorführen sollte. Die Software entwickelt Microsoft nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Ferrari und mehreren Auto-Tunern. Leider wollte auch diese Software nicht so, wie Gates sich das vorstellte.

Nachdem das Spiel unrettbar abgestürzt war, blieb die eindrucksvollste Neuvorstellung des Abends einer Vertreterin des Telecom-Providers SBC vorbehalten: Über Microsofts IPTV bietet SBC einen Fernsehempfang über DSL-Leitungen, mit dem der Media Center PC vier simultane Video-Streams empfangen kann. Auf einem geteilten Bildschirm (Picture-in-picture) kann der Fernsehschirm so etwa vier laufende Baseball-Spiele des von der Baseball-Liga gesendeten Programms MLB.TV darstellen -- dazu Spielerstatistiken, Zeitzonen und weitere Ergebnisse. Auf dem gleichen System ermöglicht SBC außerdem die gewohnte Internet-Nutzung, IP-Telefonie und Zugang zu einer Video-Bibliothek, aus der Spielfilme oder aufgezeichnete Sendungen abgerufen werden können. "Tja, unsere Dienste funktionieren eben", triumphierte die texanische SBC-Repräsentantin. (Erich Bonnert) / (jk)