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CES: Router mit proprietärem 2-GBit/s-WLAN

D-Link gibt dem Zahlenkarussell beim WLAN weiteren Schwung: Der Hersteller reklamiert eine maximale Datenrate von 2165 MBit/s im 5-GHz-Band.

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D-Link DIR-895L

Mit drei Neulingen in einem martialischen Design will D-Link den Router-Markt aufmischen: Der DIR-890L soll Konkurrenten wie dem RT-AC3200 mit drei WLAN-Modulen Paroli bieten. Für das 5-GHz-Band hat D-Link dem Breitbandrouter gleich zwei zum WLAN-Standard IEEE 802.11ac konforme 3-Stream-Chips spendiert, die parallel mit jeweils maximal 1300 MBit/s brutto funken sollen. Ein dritter 11ac-Chip arbeitet im 2,4-GHz-Band mit proprietären 600 MBit/s brutto (TurboQAM). Dafür reduziert er die Kanalbreite von 80 auf 40 MHz, nutzt aber weiterhin drei MIMO-Streams.

Beim Topmodell DIR-895L (oben) dreht D-Link dann richtig am Rad und setzt vermutlich auf 4-Stream-Chips von Quantenna. Diese erreichen mit der höchsten im WLAN-Standard IEEE 802.11ac definierten Modulationsstufe QAM256 (8 Bit pro Symbol) maximal 1733 MBit/s. Schaltet man auf QAM1024 hoch (10 Bit/Symbol), ergibt das 2167 MBit/s – ziemlich genau der Wert, den D-Link für die beiden 5-GHz-WLAN-Module im DIR-895L nennt.

Für das 2,4-GHz-Band setzt D-Link im DIR-895L vermutlich ebenfalls einen Quantenna-Baustein ein: Der Router soll dabei 1000 MBit/s schaffen. Die lassen sich aus den von der AC1900-Router-Klasse bekannten 600 MBit/s über vier statt drei Streams und ebenfalls proprietäre, höherstufigere Modulation erreichen (QAM1024 statt QAM256). Über die drei Module rechnet sich D-Link eine werbeträchtige Summendatenrate von 5330 MBit/s fürs ganze Gerät zusammen.

Das dritte Modell DIR-885L ist gegenüber dem 895er um ein 5-GHz-Modul abgespeckt. Es soll in den USA schon für rund 300 Dollar zu haben sein, die anderen beiden Router sollen dort im Frühling auf den Markt kommen. Vielleicht erscheinen bis dahin auch WLAN-Clients, mit denen sich die maximale Datenrate der Quantenna-basierten Geräte ausschöpfen lässt.

Einen Vorteil bringt das extraschnelle WLAN ohnehin nur beim Datentransfer zwischen WLAN-Clients, denn die Router sind wie üblich mit Gigabit-Ethernet fürs LAN ausgestattet. Hinweise auf schnellere Ethernet-Ports fehlen in den noch spärlich bestückten Produktbeschreibungen. Im LAN ließe sich die Geschwindigkeit zwar prinzipiell per Link Aggregation steigern, aber das klappt nur bei mehreren parallelen Übertragungen zu verschiedenen Zielen.

Der DIR-890L soll im Mai in Deutschland erscheinen. Ob auch die Schwestermodelle 885L und 895L auf den hiesigen Markt kommen, ist noch offen. (ea)