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CES: Samsung setzt Tizen in neuen Smart-TVs ein

Systemwechsel bei Samsung: Auf den smarten Fernsehern ab Baujahr 2015 kommt das offene Betriebssystem Tizen zum Einsatz. Noch nicht in freier Wildbahn gesichtet wurde hingegen das erste Tizen-Smartphone der Südkoreaner.

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Samsung setzt Tizen in neuen Smart-TVs ein

In Samsungs neuen Smart-TVs steckt Open Source.

(Bild: Samsung)

Samsung setzt in seinen Fernsehgeräten künftig das Betriebssystem Tizen ein. Alle neuen Smart-TV, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, haben eine Smart-TV-Plattform auf Basis des offenen Betriebssystems, teilte der südkoreanische Hersteller im Vorfeld der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas mit. Erste Geräte mit Tizen will Samsung demnach auf der Elektronikmesse vorstellen, die in der kommenden Woche beginnt.

"Unsere Smart-TV-Plattform auf Tizen aufzubauen ist ein entscheidender Schritt hin zu einem intelligenteren und besser integrierten System", erläutert Won Jin Lee, Chef von Samsung Display-Sparte, die Entscheidung für Tizen. Der Hersteller betont darüber hinaus das Potenzial der Plattform sowohl für Entwickler als auch für Anwender. Ein erstes Entwickler-Kit hatte Samsung bereits im Sommer vergangenen Jahres veröffentlicht.

Samsung verspricht sich von dem Einsatz des offenen Systems unter anderem bessere Vernetzungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Geräteklassen. Das auf Basis von Debian sowie Maemo und Meego entwickelte Tizen eignet sich für den Einsatz auf unterschiedlichen Geräten von Smartphones über Fernseher bis hin zu Autos. Samsung setzt es etwa auch auf zwei Smartwatch-Modellen der Gear-Familie ein.

Auf dem Smartphone war Tizen allerdings bisher keine Erfolgsgeschichte für Samsung: Das angekündigte und mehrfach verschobene Samsung Z soll laut jüngsten Gerüchten nun Mitte Januar in Indien auf den Markt kommen. Die zunächst für Juli 2014 in Russland geplante Markteinführung des Tizen-Phones hatte Samsung abgeblasen, weil noch nicht genug Apps auf der Plattform verfügbar sind.

So sieht Smart TV mit einem Ex-Smartphone-System bei LG aus.

Daran hat sich trotz attraktiver Angebote für Entwickler bisher offenbar nicht viel geändert: Die eigentlich für Mitte Dezember geplante Markteinführung in Indien wurde Medienberichten zufolge mit der gleichen Begründung wie zuvor in Russland verschoben. Mit dem Umzug nach Indien hat das Samsung Z von der technischen Oberliga in die Einsteigerklasse gewechselt.

Wie man ein auf Linux basierendes Smartphone-System erfolgreich auf einen Fernseher bringt hat Samsungs Erz-Konkurrent LG bereits vorgemacht. LG hatte das Palm-System WebOS aus den rauchenden Trümmern des Palm-HP-Apotheker-Debakels gerettet und zur Standardplattform seiner neuen Smart-TVs gemacht. Die ersten Bilder von Samsungs Tizen-TV sehen der LG-Oberfläche auch ziemlich ähnlich. (vbr)

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