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CES: Smart Home und Internet der Dinge als große Trends

Vor Beginn der CES hat CEA-Marktforscher Shawn DuBravac vernetze Gegenstände und smarte Heimautomationssysteme zu einem der großen Trends erhoben, die uns auf der CES und im Laufe des Jahres im Handel begegnen werden.

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(Bild: Nest)

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Für Shawn DuBravac, Leiter der Marktforschung der Consumer Electronics Association (CEA), steht das "digitale Schicksal" (Digital Destiny) der Gesellschaft ebenso fest wie die Bausteine, die es bestimmen: Digitalisierung, Vernetzung und "Sensorisierung". Zum Auftakt der von der CEA veranstalteten CES ließ er daher keinen Zweifel daran aufkommen, welche Produktgattungen für ihn neben den "üblichen Verdächtigen" wie Ultra-HD alias 4K, Drohnen, Wearables und Virtual Reality die diesjährige Messe und später den Handel beherrschen weden: Das Internet der Dinge und Smart-Home-Technik.

Passend zu seinem Vortrag zum "digitalen Schicksal" wurde das Buch "Digital Destiny" von Shaw DuBravac verteilt.

(Bild: Nico Jurran / heise online)

Letztere darf man dabei nicht mit gewöhnlichen Heimautomationssystemen verwechseln, die nach Zeitplänen oder Triggern Aktionen auslösen. Das echte Smart Home ermittelt vielmehr selbständig, welche Aktionen für den Nutzer sinnvoll sind und führt diese selbständig aus. Nötig seien dafür aber Sensoren, die über die heute üblichen Bewegungsmelder und Temperaturmesser hinausgehen: Für DuBravac würden etwa ein Thermostat, IP-Kamera und smartem Armband künftig gemeinsam ermitteln, wie viele Leute sich gerade im Wohnzimmer befinden, welche Position sie eingenommen haben (etwa sitzend oder liegend) und in welcher Stimmung sich der Hausherr befindet. Aus diesen Daten könnte ein Video-on-Demand-Dienst der Zukunft dann sehr viel bessere Vorschläge für den Filmabend generieren.

Auf den Einwand seitens heise online, dass es bei komplett selbständig arbeitenden Systemen für den User schwer werden könnte, bei fehlerhaften Daten von einem Sensor die Kontrolle zu erlangen und die ermittelten Werte zu korrigieren, präsentierte der Chef-Markforscher der CEA eine einfache Lösung: mehr Sensoren, die ihre Ergebnisse untereinander abgleichen. So könnte etwa der am Strampelanzug des Babys angebrachte Temperatursensor mit dazu genutzt werden, die Raumtemperatur besser zu ermitteln. Oder eine Überwachungskamera eben dafür genutzt werden, die Anzahl der Personen im Raum zu ermitteln. Wie auf Zuruf präsentierte Netatmos ein solches System auf der nachfolgenden CES-Vorveranstaltung "CES Unveiled".

Alarm.com zeigt einen smarten Thermostat. Im Unterschied zum bekannten Nest-Modell lassen sich hier mehrere externe Temperaturfühler anbinden. Eine Markteinführung in Europa ist konkret noch nicht geplant.

(Bild: Nico Jurran / heise online)

Der Einsatz von mehr Sensoren erlaube laut DuBavac bei Smart Homes auch eine "Mikro-Anpassung". Im ganzen Haus verteilte Temperatursensoren ermöglichen etwa, dass sich die Temperatur für jeden Raum individuell regeln lasse. Dass das Mikromanagement auch andere Möglichkeiten bietet, zeige das "NapTime"-Armband für frischgebackene Eltern: Schreit der Nachwuchs in der Nacht, weckt es abwechselnd einen Elternteil auf.

Am Ende stehe für den Konsumenten dann das "Internet of Me" mit komplett individualisierten Informationen. Für diese "tiefe Erfahrung" seien die Anwender dann auch bereit, die über sie gesammelten Daten in die Cloud schicken und dort analysieren zu lassen. Natürlich seien Privatsphäre und Sicherheit dabei die Schlüssel zum Erfolg. DuBavac zeigte sich aber trotz oder gerade wegen des jüngsten Hacks bei Sony Pictures zuversichtlich, das diese Themen bei den Herstellern die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. (nij)