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CES: "Zauber-Aktivitätstracker" Healbe GoBe will Skeptiker Lügen strafen

Das Armband Healbe GoBe verspricht, mit einer Ungenauigkeit von nur 15% die Kalorienzufuhr zu ermitteln - allein über Messung auf der Haut. Wir haben uns das Gerät auf der CES angesehen.

CES: Healbe GoBe will Skeptikern Lügen strafen

Sieht futuristisch aus, ist aber auch ganz schön klobig: Das umstrittene Kalorientracker-Armband Healbe GoBe.

(Bild: J.-K. Janssen / heise online)

Wenn das Armband wirklich das beherrscht, was es verspricht, wäre das eine kleine Sensation: Healbe GoBe soll alleine über die Haut ermitteln können, was man isst – nicht nur die Kalorien, sondern sogar die Menge an Kohlenhydraten, Fett und Protein. Andere Aktivitätstracker ermitteln lediglich den Kalorienverbrauch, die Kalorieneinnahme müssen die Benutzer umständlich manuell protokollieren.

Als wir im März erstmals über das GoBe-Armband berichteten, reagierten nicht nur die heise-Leser skeptisch – anderswo war sogar von "Betrug" die Rede, es ginge Healbe nur darum, Crowdfinancing-Geld abzustauben. Immerhin kam auf Indiegogo über eine Million US-Dollar zusammen.

Die GoBe-App zeigt neben den aufgenommenen Nährstoffe auch einen Zeitstrahl mit allen Mahlzeiten an.

(Bild: J.-K. Janssen / heise online)

Auf der CES konnten wir das Gerät nun erstmals in die Hand nehmen. Die Hardware macht einen ordentlichen Eindruck, mit seinem fetten 170-Gramm-Gehäuse trägt das Armband allerdings ziemlich auf. Die zugehörige App wirkt professionell. Selbst ausprobieren konnten wir das Gerät nicht: Es dauere rund einen Tag, bis sich der Algorithmus an den Träger angepasst hat, erklärte uns Healbes Managing Director George Mikaberydze. Wir durften uns allerdings seine Daten in der App anschauen: Für jeden Tag wird in einem Zeitstrahl angezeigt, wann Mikaberydze Mahlzeiten zu sich genommen hat und woraus diese bestanden – unzuverlässig wird es nur bei Snacks unterhalb 100 Kilokalorien, meinte Mikaberydze.

Das Ganze funktioniert angeblich folgendermaßen: 10 bis 15 Minuten nach der Mahlzeit beginnt der Körper, die Nahrungsmittel in Glukose umzuwandeln; dieser Prozess dauert fünf bis sechs Stunden. Sobald die Glukose-Konzentration steigt, absorbieren die Zellen den Zucker und geben Wasser ab. Ein Impedanzsensor im GoBe-Armband misst die Flüssigkeitsveränderung im Gewebe – und ein streng geheimer Algorithmus ("Flow Technology") berechnet daraus die Nährstoffzufuhr.

Bislang gibt es nur eine einzige Studie zur Genauigkeit des Verfahrens – und die wurde von GoBe selbst in Auftrag gegeben und auch nicht in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht. Die Studie vom "St. Petersburg State Institute of Health, Medical and Sports Clinic" kommt zu dem Ergebnis, dass das GoBe-Band die Kalorienzufuhr mit einer Genauigkeit von +/- 15,6% und den Kalorienverbrauch mit einer Genauigkeit von +/- 6,6% ermittelt. Allerdings: An der Studie nahmen lediglich fünf Personen teil; alle davon weiblichen Geschlechts.

Ob das Armband also tatsächlich funktioniert, werden weitere Tests klären müssen. Die ersten GoBe-Geräte sollen noch in diesem Monat an die Crowdfinancing-Unterstützer verschickt werden. Direkt im Anschluss kommt das Zauberarmband dann "offiziell" in den USA auf den Markt. Angepeilter Verkaufspreis: 300 US-Dollar. (jkj)

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