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CI-Plus-Modul verärgert Kabel-Deutschland-Kunden

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Eigentlich sollten die brandneuen Fernseher mit CI-Plus-Schnittstelle ganz problemlos Zugriff auf die grundverschlüsselten Sender von ProSiebenSat.1 und der RTL-Gruppe erlauben. So verspricht beispielsweise Samsung recht blumig: "Mit Hilfe eines CI Plus Moduls können Verbraucher die verschlüsselten Programme komfortabel auch ohne extra Set-Top-Box und zweite Fernbedienung nutzen. Voraussetzung: ein TV-Gerät mit entsprechendem digitalen Tuner und CI Plus-Schnittstelle." Nur leider wollen ausgerechnet einige Samsung-Fernseher mit CI-Plus-Schacht die Privatsender nicht mit dem offiziellen Modul von Kabel Deutschland anzeigen. Auch aktuelle Toshiba-Geräte haben Schwierigkeiten mit der Entschlüsselung der Privaten im Kabelnetz von KDG; die Programme können nach zirka drei Minuten nicht weiter angesehen werden.

Trotz CI-Plus-Modul und CI-Plus-zertifiziertem Fernsehgerät bleibt bei einigen TVs der Schirm beim Empfang der Privatsender dunkel.

Auf der KDG-Webseite findet sich eine Auswahl an Geräten (PDF-Datei), die nach Überprüfung durch die Kabelgesellschaft mit dem CI-Plus-Modul von KDG funktionieren sollten. Ein Problembewusstsein ist also durchaus vorhanden. Doch laut Kabel Deutschland sind etwaige Aussetzer nur sehr selten aufgetreten und die betreffenden Kunden würden bereits individuell vom technischen Service betreut. Man prüfe aktuell die fehlerhaften Geräte, um die Ursache der Beeinträchtigung zu ergründen, erklärte das Unternehmen gegenüber heise online. Das beschriebene Problem sei "bisher bei einer sehr geringen Zahl von Kabelkunden aufgetreten und konnte durch einen Modul-Tausch sofort für den Kunden gelöst werden." Ganz so schnell scheinen sich die Probleme aber nicht aufzulösen. So konnten wir an drei betroffenen Fernsehern von Toshiba und Samsung nachvollziehen, dass die Entschlüsselung trotz Modultausch weiterhin misslang: Zwar wurde das neue Modul in den aktuellen Toshiba-TVs der Serie 733 erkannt und zunächst auch RTL, Sat.1 & Co. eingeblendet, doch nach wenigen Minuten verschwanden die Privatsender wieder von der Bildfläche und es erschien stattdessen eine kryptische Fehlermeldung. Der Samsung-Fernseher LE40C530F verweigert sogar jegliche Wiedergabe – obgleich er seit Freitag als zertifiziertes CI-Plus-Gerät auf der KDG-Seite gelistet wird. Toshiba-Fernseher fehlen in der Liste komplett.

Die Samsung-Hotline empfahl betroffenen Kunden den Reset des Fernsehers auf Werkseinstellungen und einen neuen Sendersuchlauf – zum Erfolg führte das nicht. Währenddessen rechnet KDG nach eigenem Bekunden noch in dieser Woche mit einem Software-Update für Samsung-Fernseher. Der Kabelbetreiber geht davon aus, dass es sich bei Samsung um einen Software-Fehler am TV-Gerät handelt, der nach dem Update behoben sein sollte.

Die Toshiba-Fernseher sind nach Angaben einer KDG-Sprecherin mit einer Software-Version ausgestattet, die das CI-Plus-Modul generell nicht erkennt. Bei Entschlüsselungsproblemen mit Toshiba-Fernsehern geht das Unternehmen deshalb ebenfalls nicht von einem Hardware-Fehler des CI-Plus-Moduls aus. Hier müsse KDG auf ein Software-Update der TV-Geräte bis zur abschließenden Klärung warten. Prinzipiell bestätigte Toshiba diese Einschätzung auf unsere Anfrage hin: Man arbeite mit Unterstützung der KDG an einem Firmware-Update für seine CI-Plus-zertifizierten TV-Geräte und hoffe, eine Lösung schnellstmöglich anbieten zu können.

Die Reaktionen der beteiligten Parteien lassen offen, was dahinter steckt, dass einige Fernseher im Zusammenspiel mit dem KDG-Modul die Entschlüsselung der Privaten verweigern – und wer die Fehler letztlich zu verantworten hat. Es könnte am Modul liegen, denn bei der Wiedergabe mit einer Smartcard nebst CI-Plus-Modul für den Satellitenbetrieb zeigen die betroffenen Geräte keine Aussetzer. Auf der anderen Seite haben bislang offenbar nur einige Fernseher Schwierigkeiten mit dem Modul, während andere CI-Plus-zertifizierte Geräte problemlos entschlüsseln. Auf jeden Fall sollten sich betroffene Kunden an die Service-Hotline von Kabel Deutschland und an den jeweiligen Fernsehgerätehersteller wenden und Abhilfe respektive ein aktuelles Modul einfordern. (uk)