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CI-Plus-Recorder können keine Privatsender in HD aufnehmen

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Vor drei Wochen kündigte TechniSat seinen ersten (Sat-)Receiver mit CI-Plus-fähigem Common Interface an. Dieser kann im Zusammenspiel mit dem angekündigten CI-Plus-CAM (Conditional Access Module) und einer passender Smartcard die im Astra-Paket HD+ enthaltenen HDTV-Fassungen von ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, RTL und Vox empfangen. Unklar blieb jedoch bislang, ob und welche Restriktionen bezüglich HD+-Aufnahmen beziehungsweise deren Wiedergabe beim Einsatz der CI-Plus-CAMs zu erwarten sind.

Eine nun von Astra unter dem Titel "Empfang von HD+ und Aufnahmemöglichkeiten" herausgegebene Presseinformation bestätigt die von heise online geäußerten Befürchtungen: Recorder mit CI-Plus-Modul werden nicht in der Lage sein, Aufnahmen von HD+-Programmen anzufertigen. Zu erklären ist dies damit, dass die Privatsender – wie seinerzeit berichtet – zum "Schutz ihres Geschäftsmodells" verhindern wollen, dass der Anwender über die aufgezeichnete Werbung hinwegspult, wobei man anmerken muss, dass die bereits erhältlichen HD+-Recordern mit eingebautem Lesegerät ein Vorspulen durch die HD+-Mitschnitte generell nicht zulassen, die Sperre also nicht auf die Werbeblöcke beschränkt ist.

Das von mehreren Fernsehsendern vor allem als kopiergeschützes Zugangssystem (für den Kabel-TV-Empfang) entwickelte CI-Plus kennt laut Spezifikation jedoch keine Vorspulsperre – sondern nur eine generelle Aufnahmesperre, die per Bit im Digital-TV-Datenstrom aktiviert wird. Eben dieses Flag wollen ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe offenbar dauerhaft ausstrahlen. Die Festplatte in Recordern mit CI-Plus-Slot soll sich somit nur noch für Timeshifting nutzen lassen. Dabei lässt sich laut CI-Plus-Spezifikation festlegen, dass sich eine Sendung im Timeshift-Modus aber nur eine gewisse Zeit lang (beispielsweise 60 Minuten) nach deren Start auch von Beginn an wiedergegeben lässt.

HD+ kennt neben Recordern mit CI-Plus-Slot noch zwei andere Typen von Aufnahmegeräten: Die bereits angesprochenen zertifizierten Recorder mit eingebauten Smartcard-Reader und CI-Receiver, die sich mit einem Firmware-Update und einem speziellem CI-Modul (früher auch Legacy-CAM genannt) fit für HD+ machen lassen. Diese beiden Varianten besitzen eine Vorspulsperre und erlauben daher neben Timeshifting auch Aufnahmen von HD+-Sendungen. Astra gibt an, dass die Speicherzeit dieser Mitschnitte unbegrenzt sei – der Anwender müsse also nicht befürchten, dass ein Sender diese aus der Ferne per Befehl im Datenstrom unbrauchbar mache. Alle HD+-Mitschnitte werden jedoch verschlüsselt abgelegt, womit eine Weitergabe – beispielsweise an einen PC zur Weiterverarbeitung – ausgeschlossen ist. Ein Archivieren und Brennen der Aufnahmen von HD+ Sendern auf externe Medien (beispielsweise Blu-ray Discs) ist in keinem Fall möglich. (nij)