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CIA stellt ehemalige Geheimdokumente online

Der US-Geheimdienst hat fast 12 Millionen Seiten aus ehemals als geheim klassifizierten Dokumenten online gestellt. Die veröffentlichten Papiere reichen bis zu 50 Jahre zurück.

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CIA stellt ehemalige Geheimdokumente online

Die Geheimdokumente zeigen auch Versuchsaufbauten und Testergebnisse.

(Bild: CIA)

Normalerweise ist der Zugang zu Dokumenten von Geheimdiensten stark limitiert. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat nun überraschend zahlreiche Geheimpapiere online zugänglich gemacht: Die Datenbank CREST (CIA Records Search Tool) ist nun auch online durchsuchbar. Die Dokumente darin umfassen fast 12 Millionen Seiten und reichen 50 Jahre zurück.

In CREST finden sich beispielsweise Geheimdienstberichte oder geheime Besprechungen rund um die geplante Ermordung von Fidel Castro, Details zu Kriegsverbrechen der Nazis im Zweiten Weltkrieg oder Berichte über UFO-Sichtungen. Kurios ist auch das Star Gate getaufte Geheimprojekt des Geheimdienstes. Darin sollten die Möglichkeiten von Telepathie ausgelotet werden. Hierfür führte die CIA mit Testpersonen Experimente durch, um übersinnliche und mediale Kräfte nachweisen zu können.

Schon 1995 hatte der damalige US-Präsident Bill Clinton den Geheimdienst aufgefordert, geheime Dokumente zu deklassifizieren, da sie einen großen Wert für die Geschichtsschreibung haben könnten. Die CIA benötigte weitere fünf Jahre, um die Geheimdokumente aus den Jahren 1940 bis 1990 zugänglich zu machen. Dennoch galten weitere Einschränkungen: So konnten Interessierte die ehemaligen Geheimdokumente nur von vier Rechnern der US National Archives in Maryland aus lesen.

Erst eine Initiative des Non-Profit-Unternehmens MuckRock sorgte dafür, dass die Aufzeichnungen des Auslandsgeheimdienstes der Vereinigten Staaten nun auch online durchforstet werden können. In einer im Juni 2014 eingereichten Klage führte MuckRock an, dass die Dokumente zwar öffentlich einsehbar seien, aber eben nur in den Nationalarchiven in Maryland. Die CIA versprach daraufhin, bis Ende 2017 eine online durchsuchbare Version von CREST zu realisieren. Durch Fortschritte im Datenmanagement sowie dank neuer Technik sei es dem Geheimdienst gelungen, nun deutlich früher abzuliefern.

Gänzlich unzensiert sind die Geheimdokumente jedoch nicht. Der Geheimdienst bezeichnet die vorgenommenen Schwärzungen jedoch als geringfügig. Die seien nötig, um Quellen und Methoden zu schützen, da sonst auch heute noch die nationale Sicherheit gefährdet werden könnte. (vbr)

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