Menü
Technology Review

CO2-Sequestrierung: Zu wenig und zu spät?

Weltweit laufen viele Projekte zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid aus fossilen Kraftwerken. Doch die Technik ist teuer, und von der Politik bekommt sie wenig Unterstützung.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 70 Beiträge

Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, so schätzen Forscher, müssten Milliarden Tonnen an Kohlendioxid aus Hunderten von fossilen Kraftwerken eingefangen werden – und zwar so bald wie möglich. Die für diese so genannte Sequestrierung nötigen Technologien werden besser und effizienter, und einige größere Projekte sind schon im Live-Betrieb. Bei der weltgrößten Konferenz zu diesem Thema, abgehalten im Oktober im US-Bundesstaat Texas, erklärten Forscher jedoch, derartige Kraftwerke seien bislang nur in wenigen Ausnahmefällen wirtschaftlich zu betreiben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Der bedeutendste Fortschritt war zuletzt die Eröffnung des Kohlekraftwerks Boundary Dam mit 110 Megawatt Kapazität und CO2-Sequestrierung in der kanadischen Provinz Saskatchewan, gebaut vom regionalen Versorger SaskPower. Bei der Konferenz in Texas sprach der bei SaskPower für Sequestrierung verantwortliche Vice President Michael Monea mit fast religiösen Eifer über das Projekt, bei dem 90 Prozent des entstehenden Kohlendioxids abgeschieden werden. "Bauen wir mehr davon, und bauen wir sie größer, und es wird eine Wirkung auf die Welt haben – daran glaube ich", sagte er.

Sequestrierung bringt hohe Kosten in Form von Investitionen und weniger Effizienz mit sich: Der Bau des Sequestrierungsmoduls für das Kraftwerk in Saskatchewan kostete 800 Millionen Dollar, und für die Abscheidung des Kohlendioxids sowie dessen Komprimierung zu flüssiger Form werden 21 Prozent der Stromproduktion der Anlage verbraucht.

Durch die Arbeit von Rochelle und anderen sinkt dieser Energieaufwand jedoch immer weiter, und Forscher ersinnen auch immer neue Methoden für die Abscheidung des Gases. Nach den Worten von Monea könnte aufgrund der mit Boundary Dam gewonnenen Erkenntnisse schon das "nächste Kraftwerk mit Sequestrierung für 20 bis 30 Prozent weniger gebaut werden".

Mehr zum Thema in der Langfassung dieses Artikels:

(bsc)