CTIA: Apple verklagt Amazon wegen appstore

Bevor Amazon seinen appstore überhaupt auch nur ankündigen kann, trudelt eine Klage von Apple ins Haus: Zu ähnlich sei der Name dem App Store.

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Amazon darf sich über zusätzliche Publicity für seinen kurz vor der Eröffnung stehenden "appstore" für Android freuen. Apple wirft Amazon Markenrechtsverletzung vor und hat geklagt (Apple Inc v. Amazon.com Inc, 11-1327, US-Bezirksgericht im Northern District of California). Amazon will Apps und Inhalte für Android-Geräte bereitstellen, bereits beworben wird die exklusive Version einer ornithologischen Aggressionstherapie. Der Marktstart des appstore war für die am heutigen Dienstag in Orlando beginnende Mobilfunkmesse CTIA Wireless oder einen späteren Zeitpunkt im März erwartet worden. Apple hat eine einstweilige Verfügung beantragt, die Amazon die Nutzung der Bezeichnung "appstore" verbieten soll, weil dies dem "App Store" zu ähnlich sei. Eine solche Verfügung könnte den Auftritt des appstore verzögern.

Apple hat seinen "App Store", der sich an Nutzer des hauseigenen iOS-Betriebssystems wendet, als Marke registrieren lassen. Diese Registrierung ist jedoch umstritten und wird von Microsoft bekämpft. Durchaus mit Aussicht auf Erfolg, denn "App Store" könnte als generische Beschreibung gar nicht markenrechtlich schützbar sein. [Update: Apple hat mit einem Hinweis auf eine angeblich zu kleine Schriftgröße des microsoftschen Anbringens reagiert. Laut Microsoft ist eine von Apple eingereichte Erwiderung aufgrund zu geringer Schriftgröße nicht zulässig. Die Vorschriften sähen eine Mindestgröße von 11 Punkt vor.]

Microsoft ist aber nur dann Freund der Android-Gemeinde, wenn Geld nach Redmond fließt. Denn der Konzern behauptet, dass das Android-System eine Reihe von Microsoft-Patenten verletze (aktueller Stand: mehr als zwei Dutzend). Während HTC sich gefügt hat und Lizenzgebühren entrichtet, haben andere Unternehmen eine andere Sicht der Dinge. Microsoft hat daher Verfahren vor Gericht und bei der US International Trade Commission zumindest gegen Motorola, Foxconn, Inventec sowie den Buchhändler Barnes & Noble eingeleitet.

Apple steht unterdessen im Kreuzfeuer der Kritik, weil es über seinen App Store eine gegen Homosexualität gerichtete Software vertreibt. Eine evangelikale Organisation will damit Gläubige informieren, die an eine "Heilung" von Homosexualität durch Therapie und Gebete glauben. Das Programm verstoße gegen die von Apple selbst aufgestellten Nutzungsbestimmungen für den App Store, meinen die Kritiker. Apple solle daher den Vertrieb besagter Applikation einstellen.

Unterdessen sind sich aber Apple mit dem App Store und Amazon mit dem appstore in einer Sache einig: Beide wollen mit 30 Prozent an den mit den Programmen erzielten Umsätzen beteiligt werden.

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(jow)