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Cache-Strategien für Smartphones

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Ein von Orange, Sandisk, Sony Pictures und Softbank Mobile gegründetes Konsortium will einen Standard für eine Art Cache für Smartphones etablieren. Um eine Netzüberlastung zu vermeiden, setzen die Unternehmen auf lokale Speicherung der Daten und Content-Caching. Vor allem umfangreichere Daten wie Videos sollen vorab per WLAN auf das Smartphone übertragen werden – das Verfahren dient damit nicht nur zur Vermeidung von Netzüberlastungen, sondern soll auch den Nutzern durch verkürzte Wartezeiten dienen. Das Smartphone wird damit zu dem letzten Knotenpunkt des Netzwerks.

Unter dem Label High Quality Mobile Experience (HQME) wollen die Initiatoren nun einen Standard vorschlagen, der die wachsenden Herausforderungen bei der effizienten Verwaltung und Übertragung der Daten von mobilen Netzen auf mobile Geräte bewältigen soll. Hintergrund ist der weltweit steigende mobile Datenverkehr. Laut Cisco dürfte der monatliche Verkehr im Jahr 2015 bei circa 6,3 Exabyte liegen, eine Steigerung um den Faktor 26 gegenüber 2010. Die jährliche Steigerungsrate sehen die Netzwerk-Spezialisten bei 92 Prozent.

Die Netzbetreiber haben daher ein ein Interesse an langsamer wachsenden Datenmengen, denn dann könnten sie Investionen in neue Netztechnik verschieben. Das Interesse von Sandisk als Hersteller von Speicherkarten dürfte vor allem sein, möglichst große Datenmengen auf dem Smartpone zu speichern – denn so müssten Gerätehersteller oder Anwender die Smartphones mit immer mehr Speicherplatz aufrüsten. Eine Draft-Version des Standards liegt bei der IEEE zum Download bereit.

Geräte sollen dem Vorschlag zufolge Daten aus dem Netz laden, während sie am Ladegerät hängen und per LAN mit dem Netz verbunden sind. Der Erfolg der Initiative steht und fällt mit der Qualität der Cache-Strategien der Programme, denn diese sollen entscheiden, welche Daten der Nutzer voraussichtlich am nächsten Tag benötigen wird. (ll)