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Calxeda demonstriert ARM-Server unter Ubuntu 12.04 LTS

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Calxeda-Prototyp "Greenbox": 48 Quad-Core-ARM-SoCs in 2 Rack-HE.

(Bild: Calxeda)

Das als SmoothStone gestartete Unternehmen Calxeda entwickelt Systems-on-Chip (SoCs) mit ARM-Kernen für den Einsatz in sparsamen Servern. Auf dem Ubuntu Developer Summit hat Calxeda erstmals öffentlich einen Rack-Einschub mit zahlreichen seiner EnergyCore-Chips im laufenden Linux-Betrieb vorgeführt, aus gegebenem Anlass mit Ubuntu 12.04 LTS und im Beisein von Mark Shuttleworth. Benchmark-Ergebnisse wurden aber nicht verkündet.

Calxeda-Marketingchef Karl Freund, der die Webseite armservers.com betreibt, erklärt dort auch, dass es bei den EnergyCore-Servern nicht um hohe Rechenleistung geht. Wer Performance brauche, solle "Intel, AMD oder IBM Power kaufen". Wenn ein System aber 90 Prozent seiner Zeit mit dem Warten auf I/O-Zugriffe verbringe, dann sei es egal, wie schnell ein Thread oder Kern laufen kann. Und genau das sei das heutige Problem traditioneller Server-Architekturen bei der Verarbeitung datenintensiver Aufgaben wie Hadoop.

Freund hebt hervor, dass es bei den EnergyCore-SoCs um eine viel höhere Integration von Funktionen als bei x86-Prozessoren sowie um gleichzeitig extrem niedrige Leistungsaufnahme im Leerlauf gehe. Ein EnergyCore ECX-1000 umfasst außer vier ARM-Cores vom 32-Bit-Typ Cortex-A9, Caches und Speicher-Controller für 4 GByte ECC-RAM auch mehrere Controller für 10-Gigabit-Ethernet, SATA II und PCI Express 2.0 – und kommt unter Volllast mit weniger als 5 Watt aus. Der gesamte 2-HE-Einschub mit 12 EnergyCard-Platinen, auf denen jeweils vier ECX-1000 sitzen, soll inklusive 24 SATA-Disks weniger als 300 Watt Leistung aufnehmen.

Bei der Demonstration auf dem Ubuntu Developer Summit lief laut Freund der typische LAMP-Stack mit der Calxeda-Webseite und dazu gängige Web-Frameworks wie node.js und Ruby on Rails. Auch das Compilieren der ARM-Version von Ubuntu soll auf den EnergyCore-Clustern viel schneller laufen als auf den bisher dafür genutzten Plattformen.

Server mit ARM-Prozessorkernen sind noch keine Serienprodukte, wenn man von den verbreiteten NAS-Boxen absieht. ARM-CEO Warren East rechnet ab 2014 mit einem konkurrenzfähigen Angebot an ARM-Servern. Große Server-Hersteller wie HP betreiben derzeit Pilotprojekte wie Project Moonshot, unter anderem, um Software für ARM-Server zu optimieren. Die Firma Applied Micro erarbeitet in Kooperation mit ARM einen 64-bittigen Server-Software-Stack für künftige ARMv8-SoCs, hat aber den zugehörigen "X-Gene"-Chip noch nicht fertig: Bisher läuft nur eine Emulation in einem FPGA. (ciw)