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Erste Cannon-Lake-CPU: Intels Core i3-8121U und m3-8114Y in 10 nm

Intels Produktdatenbank enthüllt die erste Cannon-Lake-CPU: Der Core i3-8121U wird ein Zweikerner mit Hyper-Threading, aber ohne integrierte Grafik. Auf Twitter kursiert derweil ein Eintrag, der einen eng verwandten Core m3-8114Y mit UHD-Graphics zeigt.

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Intels erster Cannon Lake: Der Core i3-8121U - ein 10-nm-Dualcore ohne GPU

10-nm-CPU von Intel: Erstmals Anfang 2017 auf der CES in einem 2-in-1 gezeigt

(Bild: Intel)

Intels erster Prozessor mit Cannon-Lake-Architektur ist da – doch es ist nur ein 15-Watt-Zweikerner, der laut Intels Produktdatenbank ohne die in seiner Klasse eigentlich übliche integrierte Grafikeinheit auskommen muss. Auch in Sachen Taktraten und Features reißt sein Datenblatt nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin. Nach Kaby Lake Refresh und Coffee Lake repräsentiert der Core i3-8121U mit Cannon-Lake-Innenleben die nunmehr dritte Prozessorarchitektur, die in der Core-i-8000-Reihe vertreten ist.

Intel Core i3-8121U - erster Cannon Lake in der ARK

(Bild: Intel)

Neue Funktionen sind größtenteils Fehlanzeige. Die größte Neuerung ist die Unterstützung für Low Power DDR4/x-2400; der Vorgänger musste noch mit LPDDR3 auskommen. Die Anzahl der PCI-Express-Lanes beträgt wie bei Coffee Lake U nun 16 (KBL-U: 12). Der Chipträger wuchs verglichen mit Kaby Lake U an der langen Seite um drei von 24 × 42 auf 24 × 45 Millimeter. Die Intel-Preisliste ist unterdessen jedoch noch nicht auf dem neuesten Stand. In der nach wie vor aktuellen Version vom 3. April fehlt Intels erste 10-nm-CPU, sodass keine Angaben zum Preis vorliegen.

Andere im Datenblatt genannten – oder nicht erwähnten – Features sorgen für Stirnrunzeln. So etwa die fehlende integrierte Grafikeinheit. Ob diese nur beim i3-8121U aus produktpolitischen Gründen lediglich deaktiviert wurde, ob sie aus fertigungstechnischen Gründen bei allen frühen Cannon-Lake-Modellen komplett brachliegt oder ob Intel gar aufgrund eines Fehlers das Design überarbeiten und einen Respin fahren musste, ist nicht bekannt. Intel war für eine offizielle Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

Erst kürzlich war auf einer chinesischen Website ein Lenovo Ideapad 330 mit Core i3-8121U und einer dedizierten Grafikkarte in Form einer Radeon 540 mit 2 GByte GDDR5-Speicher aufgetaucht, was zumindest das Fehlen der integrierten Grafik in Intels Datenbank nicht als Fehler erscheinen lässt. Der am Ende dieser Meldung thematisierte Core m3-8114Y deutet darauf hin, dass die Cannon-Lake-IGP zumindest grundsätzlich funktionsfähig ist.

Intel Core i3-8000U: Hier der 8130U mit Kaby-Lake-Innenleben

(Bild: Intel)

Intels Datenbank-Eintrag spricht dem Core i3-8121U zudem die Fähigkeit ab, AVX512 zu unterstützen, welches laut Intels Architecture Instruction Set Extensions and Future Features Programming Reference in der Ausgabe vom Mai 2018 für Cannon Lake vorgesehen war. Allerdings hat die ungarische Website instlatx64 einen CPUID-Dump des i3-8121U (auch auf Twitter) gepostet, welcher genau das Gegenteil aussagt: Alle für Cannon Lake geplanten AVX512-Bestandteile (AVX512F/CD/DQ/BW/VL sowie IFMA und VBMI) sind vorhanden und aktiv. Ob hier ein Fehleintrag in der Intel-Datenbank oder eine fehlerhafte Auslesung beziehungsweise Konfiguration der CPU vorliegt, ließ sich kurzfristig nicht klären.

[Update] Die Frage, ob der Core i3-8121U nun AVX512-Funktionen bietet oder nicht, ist buchstäblich über Nacht geklärt worden. Intel hat den Datenbank-Eintrag des Cannon-Lake-Prozessors überarbeitet; dieser beinhaltet in der Liste der Befehlssatzerweiterungen neben SSE 4.1/4.2 sowie AVX und AVX2 eben auch das fragliche AVX512. [/Update]

Entsprechend seiner Namensgebung sortiert er sich im Intel-Portfolio knapp unterhalb des erst im Februar vorgestellten Einsteiger-Modells Core i3-8130U mit Kaby-Lake-Architektur ein. Die Basis-Taktraten fallen mit jeweils 2,2 GHz identisch aus, im Turbo schneidet die Cannon-Lake-Variante mit maximal 3,2 GHz jedoch 200 MHz schwächer ab. Das ist umso erstaunlicher, als neue Fertigungsprozesse nicht nur mehr Schaltkreise pro Quadratmillimeter integrieren, sondern in der Regel auch dabei helfen, Energie zu sparen, die Taktraten zu erhöhen oder eine Kombination aus beidem ermöglichen.

10-nm-Fertigung: Bei Intel nur mit großer Verspätung.

(Bild: Intel)

Alle bislang vorliegenden Indizien deuten auf eine mehr als problematische Kombination von 10-nm-Prozess und Cannon-Lake hin. So hat auch Intel-Chef Brian Krzanich kürzlich bestätigt, dass die 10-nm-Chips wohl erst 2019 für den Massenmarkt kommen werden. Bereits die aktuell in der vierten Generation befindliche 14-nm-Technik hatte bei Intel anfangs für große Probleme gesorgt.

Möglicherweise bringt Intel mit dem Core i3-8121U nun einfach nur die erste Charge der gefertigten 10-nm-Prozessoren auf den Markt und deaktiviert möglichst viele Features, um eine hohe Stückzahl ausliefern und dies auf der nächsten Analysten-Konferenz bejubeln zu können. Ein wie sonst üblich mit viel Tamtam betriebener Launch, wie man ihn bei einer neuen Prozessorgeneration mit neuem Fertigungsverfahren erwarten würde, wurde Cannon Lake nicht zuteil.

Auf Twitter postete derweil Brancheninsider Tum Apisak ein Bild, welches einen Core m3-8114Y mit 1,5 GHz in der Futuremark-Systeminfo zeigt. Er verfügt im Gegensatz zum Core i3-8121U über eine integrierte UHD-Grafik. Ob er derselben Produktionscharge entstammt, ist offen; anders als beim Core i3-8121U stammt der Screenshot augenscheinlich von einer Referenzplattform und nicht von einem spruchreifen Produkt. Apisak verfügte in der Vergangenheit bereits des öfteren über korrekte Vorabinformationen, dennoch kann die Authentizität des Bildes bisher nicht bestätigt werden. (csp)

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