Canon entwickelt Profi-Equipment für 8K-Filmproduktion

Full HD war gestern, 4K ist heute und 8K kommt bestimmt – aber noch nicht morgen. Um trotzdem sofort mitspielen zu können, hat Canon bereits jetzt eine ganze Kette von Aufnahme- und Wiedergabegeräten für die Produktion von 8K-Inhalten angekündigt.

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Canon will eine ganz Systemreihe von professionellen Aufnahme- und Wiedergabegeräten für die 8K-Filmproduktion entwickeln. Zugleich sollen Prozesse für die Wandlung von 8K auf 4K erarbeitet werden; der digitale Schnitt soll letztlich "nur" in 4K erfolgen. Die geschlossene Systemkette werde dabei helfen, künftige Produktionsabläufe zu straffen, glaubt der Imaging-Spezialist.

Unter den angekündigten Geräten befinden sich eine Cinema EOS 8K-Kamera und ein professioneller 8K-Referenzmonitor sowie eine digitale Spiegelreflex mit circa 120 Megapixeln. Canon Inc. will damit nach eigenen Angaben "zur Entwicklung der bildgebenden Kultur beitragen".

Die angekündigten 8K-Geräte sollen HDR und einen großen Farbraum (vermutlich Rec.2020) unterstützen.

(Bild: Canon)

Die bislang auf 4K-Auflösung begrenzte Cinema EOS Kamera soll auf 8K erweitert werden. Der Super-35-Millimeter CMOS-Sensor soll die hochauflösenden Inhalte auch bei 60 Bildern pro Sekunde mit 8.192 × 4.320 Pixeln (ca. 35,39 Mio. Pixel effektiv) erfassen, Canon verspricht einen Dynamikumfang von 13 Blendenstufen und großen Farbraum. Dank EF Bajonett sollen 60 EF Objektive und 18 EF Cinema Objektive zu der kompakten 8K-Filmkamera kompatibel sein.

Anzeigen soll die aufgenommenen Inhalte ein ultrahochauflösender Studio-Referenzmonitor. Er dürfte mit 8K-Auflösung, HDR-Kontrast und erweitertem Farbraum dem UHD-Standard in der dritten Ausbaustufe gerecht werden. Seine Pixeldichte beträgt laut Canon über 300 Pixel pro Zoll, was an der Erfassungsgrenze des normalsichtigen Menschen liegt.

Außerdem will Canon eine DSLR mit einer Auflösung von etwa 120 Megapixeln entwickeln. Zu ihr sollen 60 Objektive aus der EF Modellpalette kompatibel sein. Den Prototypen eines 120-MP-CMOS-Sensors hatte Canon erst im Februar auf der CP+ im japanischen Yokohama vorgestellt.

Die angekündigten Geräte passen mit 8K-Auflösung, HDR-Kontrast und erweitertem Farbraum zwar in die dritte Ausbaustufe des UHD-Standards. Allerdings hat man beim UHD-Standard erst jüngst die zweite Eskalationsstufe bezwungen und die Produktion von Filmen in 4K-Auflösung etabliert sich gerade erst. Deshalb dürfte es noch ein Weilchen dauern, bis Ein- und Ausgabegeräte für 8K benötigt werden. Da ist es nur folgerichtig, dass Canon sich weder zu Verfügbarkeit noch Preisen für die angekündigten Systeme äußert. (uk)