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Canonical stellt 32-Bit-x86-Fassung von Ubuntu komplett ein

Nutzer von Ubuntu-32-Bit-x86-Versionen müssen sich an den Gedanken eines Umstiegs gewöhnen: Die kommende Version 19.10 wird nur auf 64-Bit-Systemen laufen.

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(Bild: fxxu )

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Es war ein Abschied auf Raten: Bereits vor zwei Jahren gab es keine Startmedien mehr, mit denen sich die Desktop-Edition von Ubuntu 17.10 auf 32-Bit-x86-Systemen installieren ließen. Das Repository mit 32-Bit-Paketen pflegte Canonical jedoch erst einmal weiter. Aus ihm bedienten sich vor allem Ubuntu-Derivate, die von ihren Distributionen weiterhin eine 32-Bit-Variante anbieten wollten.

Doch damit ist jetzt ebenfalls Schluss: Bereits das im Oktober erscheinende Ubuntu 19.10 steht ausschließlich für 64-Bit-Systeme mit x86-Architektur bereit, 32-Bit-Pakete für x86 wird es nicht mehr geben. Dies kündigte der Ubuntu Release-Manager Steve Langasek auf der Mailingliste für Ubuntu-Entwickler an. Demnach habe das Ubuntu Engineering Team alle Fakten für und gegen die Abschaffung der 32-Bit-Fassung abgewogen und letztlich beschlossen, die i386-Architektur fallenzulassen.

In einer zu diesem Thema eingerichteten FAQ-Sammlung begründet Will Cooke vom Ubuntu Desktop Team diesen Schritt unter anderem mit mangelnder 32-Bit-Unterstützung sowohl beim Linux-Kernel, den verwendeten Werkzeugen (Toolchains) als auch bei den Webbrowsern. Darüber hinaus würden Sicherheitslücken langsamer gestopft und teilweise nur für die 64-Bit-Fassungen veröffentlicht. Es sei ein beachtlicher Aufwand für Entwickler und Tester, die 32-Bit-Fassung zu betreuen. Diese würde zudem nur von gerade einmal einem Prozent der Ubuntu-Nutzer eingesetzt.

Die Entscheidung fiel insbesondere auch im Hinblick auf das im nächsten Jahr erscheinende Ubuntu 20.04, das Canonical wieder fünf Jahre lang pflegen möchte. Durch den Wegfall einer 32-Bit-Version spart man sich den mehrjährigen Wartungsaufwand.

Wer noch eine 32-Bit-Version von Ubuntu benötigt, kann derzeit zur entsprechenden Fassung von Ubuntu 18.04 (Download) greifen. Diese Version versorgt Canonical noch bis zum April 2023 mit Aktualisierungen. Die 32-Bit-Fassung von Ubuntu 18.04 lässt sich zudem in einem Container, einer virtuellen Maschine oder einer entsprechenden Chroot-Umgebung auf neueren Ubuntu-Versionen starten. Des Weiteren soll 32-Bit-Software in Snap-Paketen, die auf einer 18.04 Runtime basieren (alias "core18"-Runtime), auch auf späteren Ubuntu-Versionen laufen. In weiser Voraussicht hatte Canonical die Aktualisierung der 32-Bit-Version von Ubuntu 18.04 auf Ubuntu 18.10 deaktiviert. Wer bereits ein 32-Bit-Ubuntu 18.04 betreibt, kann dieses folglich bis zum Support-Ende einfach weiter nutzen.

Die meisten Ubuntu-Derivate hatten bereits in den vergangenen Monaten die 32-Bit-Unterstützung eingestellt. Alle verbleibenden Derivate müssen wohl oder übel ihre 32-Bit-Fassung mit der Version 19.10 einstellen.

Update 20.06.19, 14:53 + 15:20: Irreführende Überschrift & Formulierung im Text geändert. Falsche Information zu Lubuntu und Xubuntu gelöscht: Beide Flavors sind bereits seit einschließlich Version 19.04 nicht mehr als 32-Bit-x86-Versionen verfügbar. (ovw)