Canonical zieht sich aus Kubuntu-Entwicklung zurück

Der Canonical-Mitarbeiter und leitende Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell wird bald nicht mehr im Rahmen seiner Arbeitszeit an Kubuntu mitarbeiten; Freiwillige müssen seine Aufgaben übernehmen.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Jonathan Riddell hat in einem Blog-Eintrag und einer Mail an die Kubuntu-Mailingliste erklärt, er werde im Rahmen seiner Arbeitszeit nicht mehr an der KDE-Variante der Linux-Distribution mitarbeiten, nachdem Kubuntu 12.04 fertiggestellt sei. Riddell ist derzeit der leitende Kubuntu-Entwickler und offenbar der einzige Canonical-Mitarbeiter, der im Rahmen seiner Arbeitszeit an Kubuntu gearbeitet hat.

Canonical wolle die KDE-Ausführung von Ubuntu in Zukunft genauso behandeln wie die Community-Varianten Edubuntu, Lubuntu oder Xubuntu, denen die Firma Infrastruktur, aber keine Entwickler-Ressourcen stellt. Die Firma würde zudem keinen kommerziellen Support für Kubuntu-Versionen nach 12.04 anbieten, erläutert Riddell. Das sei eine "rationale Unternehmensentscheidung", denn auch nach sieben Jahren sei Kubuntu kein Geschäftserfolg; es sei unwahrscheinlich, dass sich daran etwas ändern werde.

Riddell erläutert ferner, er könne aus persönlichen Gründen wohl nur wenig seiner Freizeit investieren, um der Kubuntu-Entwicklung in Zukunft zu helfen. Sofern Kubuntu weiter eine Existenzberechtigung habe, müssten Freiwillige für undankbare und aufwendige Arbeiten gefunden werden; als Beispiel nennt er das Erstellen und Testen der Installation-ISO-Images.

2006 war es zu Querelen zwischen der Kubuntu-Community und Canonical gekommen, weil sich die Kubuntu-Macher von Canonical nicht ausreichend unterstützt fühlten. Riddell, damals schon bei Canonical für die Arbeit an Kubuntu angestellt, und Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth hatten damals versucht, die Zusammenarbeit zwischen Canonical, dem Kubuntu- und dem KDE-Team zu verbessern. (thl)