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Carolo-Cup 2016: Modellfahrzeuge zeigen autonomes Fahrkönnen

In der Stadthalle Braunschweig ist der 9. Carolo-Cup für autonome Modellfahrzeuge ausgetragen worden. Gewonnen hat am Ende nicht das Team mit dem schnellsten Auto – sondern das Team mit dem zuverlässigsten Gesamtkonzept.

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Carolo-Cup 2016

Vor fast 600 Zuschauern ist in der Braunschweiger Stadthalle das Finale des diesjährigen Carolo-Cup für autonome Modellfahrzeuge zu Ende gegangen. Der von der Technischen Universität Braunschweig veranstaltete Wettbewerb wurde zum 9. Mal ausgetragen und richtet sich an Studenten der Fachrichtungen Informatik, Elektrotechnik und Ingenieurwissenschaften.

Ziel ist es, ein Modellauto im Maßstab 1:10 von Grund auf selbst zu entwickeln, das autonom einen kurvigen Rundkurs absolviert, dabei Hindernissen ausweicht und zudem in der Lage ist, Parklücken zu erkennen und selbstständig einzuparken.

Carolo-Cup 2016 - Bilderstrecke Teil 1 (23 Bilder)

Farbenfroh

Der Carolo-Cup ist ein Wettbewerb für autonom fahrende Modellautos, die von Studenten-Teams entwickelt werden.
(Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)

Für den Hauptwettbewerb des Carolo-Cup hatten sich in diesem Jahr 14 Teams aus Deutschland sowie ein Team der Universität Göteborg angemeldet. Ein weiteres Team ging im Junior-Cup an den Start, dessen Anforderungen nicht ganz so hoch sind.

Im Hauptwettbewerb, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, stehen vier Aufgaben auf dem Programm. Zunächst müssen die Teams eine Fachjury von ihrem Hard- und Softwarekonzept überzeugen. Zu den Bewertungskriterien gehören unter anderem eine möglichst kostengünstige Herstellung sowie ein geringer Energieverbrauch der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge. Auch Faktoren wie Projektmanagement und Dokumentation fließen in die Gesamtbewertung ein.

Carolo-Cup 2016 - Bilderstrecke Teil 2 (19 Bilder)

GalaXIs

Zusätzlich zu einer Kamera mit Polfilter setzte das Team GalaXIs der RWTH Aachen einen Tiefensensor von Creative ein.
(Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)

Anschließend geht es auf die Strecke, wo autonomes Einparken, Fahren ohne Hindernisse und Fahren mit Hindernissen auf dem Programm stehen. Bei diesen "dynamischen Disziplinen" geht es vor allem um Zeit und Präzision: Wer die geforderten Aufgaben schnell und ohne Fehler absolviert, hat gute Chancen auf einen Podestplatz. Die Orientierung auf der Strecke (Liniendetektion) erfolgt in der Regel über Kameras, zur Objekterkennung werden außerdem Ultraschall- und Infrarotsensoren sowie Lidar und 3D-Tiefenkameras eingesetzt.

Carolo-Cup 2016 - Bilderstrecke Teil 3 (21 Bilder)

Herstellungskosten

Für ihr Auto geben die Mitglieder des Teams "Phoenix Robotics" Herstellungskosten in Höhe von rund 1500 Euro an. Arbeitsstunden sind dabei nicht berücksichtigt.
(Bild: Peter-Michael Ziegler / heise online)

Die ausgeglichenste Leistung zeigte in diesem Jahr das Team "Crazy Dancing Little Caroline" (CDLC) der TU Braunschweig. Ihr Fahrzeug parkte souverän rückwärts ein, war schnell und fast fehlerfrei auf der knapp 90 Meter langen Rennstrecke unterwegs, wich sicher Hindernissen aus und meisterte auch die Vorfahrtsregelungen an Kreuzungen. Die Konzeptpräsentation gehörte zum Besten des Tages. Belohnt wurde die gute Gesamtleistung mit einem Preisgeld von 5000 Euro.

Siegerfahrten des Teams CDLC der TU Braunschweig

Den zweiten Platz (3000 Euro) sicherte sich das Team "GalaXIs" der RWTH Aachen. Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro für den dritten Platz schnappten sich die "ISF Löwen", ebenfalls TU Braunschweig. Im vergangenen Jahr hatten die Löwen noch den letzten Platz unter 17 teilnehmenden Teams belegt.

Update: Interview mit dem Siegerteam hinzugefügt (pmz)

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