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Carven auf Scheuers Elektrorollbrett

Überall in den Städten rollen und liegen sie herum, die neuerdings zugelassenen Elektrotretroller. Audi meint, jetzt noch auf den Trendzug aufsteigen zu sollen.

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Elektrocarven auf dem Pariser Platz.

(Bild: Audi)

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Einen "urbanen Trend zur multimodalen Fortbewegung" hat Audi ausgemacht. Was das ist? Das Auto auf dem Parkplatz oder an der Ladesäule abstellen und das allerletzte Stücklein Weg auch noch irgendwie rollend zu bewerkstelligen, also möglichst gar nicht mehr zu Fuß zu gehen. Multimodal halt. Der Autohersteller selbst erklärt das in einer aktuellen Pressemitteilung, in der er einen eigenen Elektrotretroller ankündigt, so: "Im Kofferraum könnte der E-Scooter an einer eigens installierten Steckdose laden. Die letzten Meter, zum Beispiel vom Parkplatz oder der Ladesäule ans Ziel, legt der Kunde bequem mit bis zu 20 km/h zurück."

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

So weit, so profan. Audi will also auch diese Scheuerbretter anbieten, die zurzeit vor allem erst einmal Jünger der "multimodalen Fortbewegung" – gerne auch mal besoffen – ausprobieren und schon nach kurzer Zeit achtlos auf dem Gehweg liegenlassen wie ein schnell uninteressant gewordenes Spielzeug für die Kleinen. Bei Audi soll das Dingens "e-tron Scooter" heißen. Es ist für "sportliche Fahrer" gedacht und soll Ende 2020 auf den Markt kommen.

Für 2000 Euro kombiniert es "die positiven Eigenschaften von Elektro-Tretroller und Skateboard", so schreibt es Audi. Der 12 kg wiegende E-Scooter lasse sich zusammenklappen, im Kofferraum verstauen oder als Trolley ziehen. Eigentlicher, zudem ebenfalls multimodaler Kaufanreiz ist aber das "Handling", das an den Bewegungsablauf beim Wellenreiten erinnere, das Carven. "Der Fahrer hat eine Hand frei, kann sich umsehen und Handzeichen geben", während er wie bei einem Skateboard das Rollbrett durch Gewichtsverlagerung mit den Füßen steuert. Das habe "Style und Funktionalität" schreibt Audi – ernsthaft. Und: "Natürlich fährt der e-tron Scooter auch geradeaus."

Audi e-tron Scooter (17 Bilder)

„Mit dem Audi e-tron Scooter sprechen wir Kunden an, die in der Stadt nachhaltig und multimodal unterwegs sind – und dabei Wert auf Style und Funktionalität legen“, sagt Thorsten Schrader, Projektleiter für Mikromobilität bei Audi. (Bild: Audi)

Wie gesagt, Ende 2020 soll der "Audi e-tron Scooter" kaufbar sein. Audi überlegt auch stationäre Flotten mit den Scootern in "modernen Stadtquatieren" zu bestücken – was auch immer das nun schon wieder sein mag, vermutlich so hässliche Ecken wie der Potsdamer Platz in Berlin. Ende 2020, das ist über ein Jahr hin, bis dahin können sich die bisherigen E-Rollbrettverleiher mit so beknackten (bescheuerten?) Namen wie Lime, Tier, Voi und Circ ausgetobt haben und die Straßen wie ehedem von der Miet-Bike-Seuche befreit sein. Dann wäre mit ungeteilter Aufmerksamkeit der Asphalt frei für den Wellenreiter der Straße.

(Quelle: Audi)

(anw)