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CeBIT 2010: Breitband als Rückgrat der vernetzten Welt

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"Connected Worlds", vernetzte Welten, lautet das für die CeBIT 2010 ausgegebene Motto. Was man sich darunter vorstellen kann, zeigte die Messe AG am Dienstag auf dem Messegelände in Hannover. Vertreter aus Forschung und Wirtschaft zeigten eine Bandbreite von Anwendungsmöglichkeiten vernetzter Informationstechnologie und gaben einen kleinen Ausblick auf die Leitmesse der Branche, die im kommenden Jahr vom 2. bis 6. März stattfindet.

Bandbreite wird dabei ein zentrales Thema der Messe sein. Initiiert vom Branchenverband Bitkom und in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium widmet die Messe dem Breitbandausbau ein eigenes Forum in Halle 13. Auf der Broadband World will der Verband die maßgeblichen Branchen mit Politik, Anwendern und Vertretern der Gemeinden zusammenbringen. Eingeladen, sich zu präsentieren, sind große Netzwerkbetreiber und Ausrüster ebenso wie kleine Unternehmen. Ein Vortrags- und Konferenzprogramm soll dem Austausch dienen.

Zum Vorbild nahm sich der Bitkom dabei die erfolgreiche Präsentation des Themas Green IT in diesem CeBIT-Jahr in Halle 8, erklärte Mario Tobias vom Bitkom. Mit der Broadband World, in deren Rahmen auch der jährliche Breitbandgipfel wieder auf der CeBIT stattfinden wird, will der Verband ein Forum schaffen, um auf dem Weg zu den vom Bund gesteckten Zielen vielleicht ein paar Schritte näher zu kommen. Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2014 Dreiviertel der deutschen Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s an das weltweite Kommunikationsnetz anbinden.

Was in Ballungsräumen heute längst bezahlbare Realität ist, scheint für entlegenere, unterversorgte Regionen heute immer noch wie Science Fiction. Eine flächendeckende Breitbandabdeckung sei aber Voraussetzung für vernetzte Anwendungen in den verschiedensten Bereichen, betonte Tobias und nannte dabei den Energiesektor, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Behörden.

Wie solche Anwendungen schon heute aussehen und was in Zukunft noch zu erwarten ist, das zeigten Vertreter aus Forschung und Industrie im Rahmen einer kleinen Vorschau auf die Messe. Für das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigte Tanja Schultz vom Forschungsbereich Kognitive Systeme ein Verfahren, das von Elektroden aufgenommene Impulse der Gesichtsmuskulatur in Sprache um- und übersetzen kann: Ein stumm gesprochener englischer Satz wird von dem System erkannt, übersetzt und in deutscher Sprache ausgegeben.

Vernetzte IT steckt in Bezahllösungen, wie dem von Dermalog präsentierten Fingerabdruck-Verfahren, ebenso wie Gesundheitsanwendungen oder einer integrierten Analyse- und Scouting-Software für Sportvereine. Ein Thema der CeBIT wird zudem der vernetze Haushalt sein, das sogenannte "Connected Living" vernetzt Haushaltsgeräte, Unterhaltunselektronik und Sportgeräte mit dem Anwender. Auch die in diesem Jahr erstmals gezeigte Webciety wird es 2010 wieder geben.

Neue Wege bei der Vernetzung geht die Messe AG auch mit ihrem ersten Ausflug auf bisher unbekanntes Territorium: Mit der CeBIT Sounds öffnet sich die IT-Messe erstmals der Musikindustrie. Das Angebot trifft auf reges Interesse in einer Branche, die von der technologischen Entwicklung der vergangenen Jahre überrollt wurde und bisher nur mäßig erfolgreich nach einem eigenen Weg durch den digitalen Dschungel gesucht hat. (vbr)

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